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Mieter heizt seine Wohnung nicht – Was tun?

In der kalten Jahreszeit läuft die Heizung in den meisten deutschen Haushalten auf Hochtouren aber nicht bei allen: einige Mieter heizen gar nicht oder kaum. Gründe können hier verschiedenster Natur sein, wie z.B., dass die Mieter im Urlaub sind, sich nur am Wochenende oder einmal im Monat in der Mietwohnung aufhalten sein. Andere versuchen einfach Kosten zu sparen und drehen die Heizung bereits ab, obwohl noch Spätfrost droht. Was für den Mieter „kein Problem“ darstellt kann allerdings für den Vermieter schnell eines werden, denn bei Frost und Eis drohen Leitungen und Rohre zu zufrieren, wenn diese länger nicht benutzt werden. Aber auch in kaltnassen Tagen schützt ein regelmäßiges Heizen vor Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung.

Als Vermieter kann man abmahnen, wenn der Mieter in der Wohnung nicht ausreichend heizt. Auch eine Kündigung ist möglich. Wie Sie richtig reagieren, wenn ihr Mieter nicht heizt, wird Ihnen nachfolgend gezeigt.

I. Mieter müssen heizen

Die Pflicht zu Heizen ergibt sich aus der Sorgfaltspflicht des Mieters, die Mietwohnung sorgsam und pfleglich zu behandeln. Der Mieter hat nach dem Gesetz nämlich die Pflicht, sich darum zu kümmern, dass der Zustand der Wohnung erhalten bleibt und Beschädigungen vermieden werden. Das regelmäßige Heizen und auch Lüften ist davon umfasst. Da durch ein Vernachlässigen des Heizens in der Heizperiode die Gefahr besteht, dass durch Frost und Eis Wasserleitungen und Rohre platzen oder Feuchtigkeitsschäden entstehen können, ist ein vorsorgliches Heizen –zumindest in der Frostschutzstufe– notwendig. Der Vermieter darf vom Mieter die Erfüllung seiner Heizpflicht verlangen.

Hier gilt: Eine Mietwohnung bzw. ein Mietshaus sollte nie ganz auskühlen und die Gefahr von Frostschäden ist auszuschließen. Dazu ist der Mieter verpflichtet: das bedeutet, er hat auch zu Heizen, wenn er nicht da ist!

Aus was der Mieter bei seiner Sorgfaltspflicht sonst noch achten muss und wie richtig zu heizen und zu lüften ist, erklären folgende Beiträge:

II. Richtig abmahnen, wenn Mieter nicht heizt

Kommt der Mieter seiner Pflicht nicht nach und heizt nicht, ist er abzumahnen und darauf hinzuweisen, dass er zum Heizen verpflichtet ist. Der Vermieter hat hier einen gerichtlich durchsetzbaren Anspruch auf Leistung: egal, ob der Mieter im Urlaub ist, einen Auslandsaufenthalt abzuleisten hat oder sich gerade mitten im Umzug befindet: steht die Wohnung in kalten Tagen leer, ist zu heizen oder jemand zu beauftragen der heizt.

Wichtig ist für den Vermieter, dass er richtig abmahnt, das bedeutet, zeitnah und bestimmt. Bloße unverbindliche Hinweise oder ein Aushang im Hausflur mit dem Motto „An alle Mieter…!“ reicht nicht. Der Vermieter sollte in der Abmahnung daher genau erläutern welcher Pflichten-Verstoß vorliegt und was vom Mieter erwartet wird. Hier bedeutet das konkret: Es ist dem Mieter zu erklären, wie er zu heizen hat.

Daneben sollte die Abmahnung immer mit einer Frist verbunden werden. Ändert der Mieter sein Verhalten innerhalb der Frist nicht, ist wiederholt abzumahnen oder zu kündigen. Das richtige Vorgehen häng hier von dem Einzelfall ab.

III. Kündigung als letztes Mittel

Der Ausspruch einer Kündigung wegen mangelndem Heizen ist das letzte zulässige Mittel, dass der Vermieter ergreifen kann, wenn der Mieter sich nicht einsichtig zeigt. Die Gefahr eines Schadens durch Frost oder Unterkühlung des Mietshauses bzw. der Wohnung muss man als Vermieter nämlich nicht in Kauf nehmen.

Unterlässt der Mieter das Beheizen der Wohnung über einen längeren Zeitraum, ist das eine nicht unerhebliche Pflichtverletzung, die den Vermieter zur Kündigung berechtigt, so z.B. im Fall des LG Hagen (Westfalen), Urteil vom 19. Dezember 2007, Az.: 10 S 163/07. In diesem Fall wurde der Mieter mehrmals vergeblich abgemahnt.

IV. Fazit

Die Wohnung zu heizen ist eine Mieterpflicht, um die Mietsache vor Gefahren der Beschädigung zu schützen. Wenn der Mieter diese Sorgfaltspflicht verletzt und nicht richtig heizt, kann der Vermieter abmahnen und kündigen.

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