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Schönheitsreparaturen bei Schimmel – Was ist zu beachten?

In der Mietwohnung „schimmelt“ es. Dies ist für jeden Mieter nicht nur ästhetisch unschön, sondern kann auch zu gesundheitlichen Problemen führen, wenn der Schimmel nicht schnellstens fachgerecht beseitigt wird.

Wie aber ist eigentlich die Rechtslage, wenn man als Mieter aufgrund einer wirksamen Schönheitsreparaturklausel zur Vornahme der Schönheitsreparaturen in der Mietwohnung verpflichtet ist?

Müssen Mieter dann trotz des Schimmelbefalls renovieren, oder sind sie gar zur Beseitigung der „Schimmelschäden“ verpflichtet?

Wie können Mieter in einem solchen Fall vorgehen?

Schönheitsreparaturen + Schimmel? Das sollten Mieter beachten

Die Beseitigung von Schimmelschäden und das damit zusammenhängende Streichen von Wänden sowie ggf. auch Entfernen von Tapeten gehört nicht mehr zu den Schönheitsreparaturen, die der Mieter übernehmen muss.

Schönheitsreparaturen umfassen nämlich grundsätzlich nur die Beseitigung von Abnutzungserscheinungen, die im Rahmen des normalen Gebrauchs der Mietsache entstehen. Das Entfernen von Schimmel gehört nicht mehr zu Abnutzungen durch den normalen Gebrauch der Mietsache, sondern zählt zu den Instandhaltungen die der Vermieter vornehmen muss.

Vorsicht! Wer schuld am Schimmel trägt, trägt auch die Kosten der Beseitigung!

Liegt die Ursache der Schimmelbildung in einem falschen Heiz-und Lüftungsverhalten des Mieters, kann der Vermieter von diesem Schadensersatz für die Beseitigung der Schimmelschäden in der Mietwohnung verlangen.

Wie sollte man sich als Mieter verhalten, wenn man Schimmelbildung in der Mietwohnung feststellt?

  • Als erstes muss der Schimmel dem Vermieter gegenüber zwingend angezeigt werden.
  • Gibt es zwischen Mieter und Vermieter Unstimmigkeiten darüber, ob der Schimmel bauseitig veranlasst ist, oder in einem falschen Heiz-und Lüftungsverhalten begründet liegt, kann dies im Rahmen eines sogenannten „selbständigen Beweisverfahrens“ geklärt werden. Hier erfolgt eine unabhängige Begutachtung durch einen gerichtlichen Sachverständigen.
  • Als Mieter sollte man dem Vermieter ferner eine angemessene Frist zur Beseitigung des Schimmels setzen und ggf. auch die Miete mindern.
  • Kommt der Vermieter seiner Beseitigungspflicht nicht nach, kommt der Mieter solange auch nicht mit der Verpflichtung zur Durchführung der Schönheitsreparaturen in Verzug ( so ein Urteil des LG Augsburg vom 16.06.1982, Az: 7 S 839/82 )

Der Vermieter hatte in dem zugrunde liegenden Fall in den Mieträumen erforderliche Reparaturarbeiten wegen Schimmel und Feuchtigkeit nicht durchgeführt, die aufgrund eines bauseitigen Mangels entstanden waren.

Die Mieter konnten deshalb die Vornahme der Schönheitsreparaturen nach Ansicht des Gerichts zurückbehalten.

Das Landgericht urteilte ferner, dass dieses mieterseitige Zurückbehaltungsrecht an der Vornahme der Schönheitsreparaturen auch für sämtliche Räume des Mietobjekts galt, da sich das Zurückbehaltungsrecht der Mieter auf die Schönheitsreparaturen insgesamt erstrecke und nicht nur auf einzelne Zimmer, weil das Mietverhältnis als einheitlich zu sehen sei.

Fazit:

Als Mieter sollte man sich bei Schimmel in den Mieträumen immer zuerst mit seinem Vermieter in Verbindung setzen und ggf. die Ursache klären.

Die Schimmelbeseitigung muss prinzipiell durch den Vermieter erfolgen, wobei dieser bei einer Verursachung durch den Mieter von diesem Schadensersatz verlangen kann.

Bis zur Ursachenklärung und Beseitigung des Schimmels sollten zumindest an den von Schimmel betroffenen Wandteilen keine Schönheitsreparaturen vorgenommen werden.

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