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Schönheitsreparaturen: Heizkörper streichen

Selbst in den Fällen, in denen mietvertraglich die Durchführung von Schönheitsreparaturen wirksam auf den Mieter übertragen wurde, kommt es oftmals zu Auseinandersetzungen zwischen Mietern und Vermietern über die Frage, welche Arbeiten hiervon überhaupt umfasst sind.

Während das Streichen der Wände nur selten in Frage gestellt wird, gehört das Streichen der Heizkörper zu den Themen, die regelmäßig Anlass für Diskussionen sind.

Wir erklären hier, wann die Heizkörper und die Heizungsrohe im Rahmen der Schönheitsreparaturen gestrichen werden müssen und was Mieter dabei beachten müssen.

Welche Arbeiten fallen unter den Begriff der Schönheitsreparaturen?

Einen ersten Anhaltspunkt dafür, welche Arbeiten überhaupt von dem Begriff der Schönheitsreparaturen umfasst werden, gibt § 28 Abs. 4 Satz 3 der II. BV. Hiernach umfassen Schönheitsreparaturen nur das Tapezieren, Anstreichen oder Kalken der Wände und Decken, das Streichen der Fußböden, Heizkörper einschließlich Heizrohre, der Innentüren sowie der Fenster und Außentüren von innen.

Auch wenn diese Norm in erster Linie nur auf den sozialen Wohnungsbau unmittelbare Anwendung findet, ist es gängige Rechtsprechung, die o.g. Definition auch darüber hinaus anzuwenden und auf nahezu sämtliche Mietverträge zu übertragen, so bereits BGH, Beschluss vom 30.10.1984 – VIII ARZ 1/84.

Erforderlichkeit des Streichens der Heizkörper

Wie für alle Schönheitsreparaturen, gilt auch für das Streichen der Heizkörper und -rohre, dass diese stets nur dann durchzuführen sind, wenn die entsprechenden Arbeiten erforderlich sind.

Gerade bzgl. des Streichens der Heizkörper sollte besonderes Augenmerk darauf gerichtet werden, ob überhaupt ein Grad der Abnutzung erreicht ist, der einen Neuanstrich erforderlich werden lässt. In vielen Fällen mag allenfalls ein Streichen der Heizrohre angezeigt sein, ein Streichen der Heizkörper selbst dagegen nicht.

Merke: Insbesondere bei vielen modernen Heizkörpern genügt oftmals eine gründliche Reinigung, um den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Zumindest in den neueren Formularmietverträgen ist darüber hinaus zwischenzeitlich auch eine Klausel aufgenommen worden, nach der einbrennlackierte Teile gerade nicht zu streichen sind.

Art und Weise der Durchführung

Auch für das Streichen der Heizkörper gilt, dass der Mieter eine Ausführung von mittlerer Art und Güte schuldet, vgl. auch LG Berlin, Urteil vom 23.06.2000 – 65 S 504/99.

Einen fleckigen Anstrich oder Ähnliches muss der Vermieter demnach nicht akzeptieren. Da sich das Streichen der Heizkörper jedoch oftmals – gerade für handwerklich nur bedingt begabte Mieter – als äußert schwierig darstellt, werden diese Arbeiten nur selten zur Zufriedenheit des Vermieters ausgeführt. Oftmals verbleibt dem Mieter in diesen Fällen nur die Beauftragung eines entsprechenden Fachmannes, um seinen Pflichten aus dem Mietvertrag nachzukommen.

Merke: Sofern es sich um tatsächlich zu streichende Heizkörper handelt, sind diese sowie die dazugehörigen Rohre selbstverständlich nicht mit einfacher Wandfarbe zu streichen. Vielmehr sind entsprechend hitzebeständige Materialien zu verwenden.

7 Antworten auf "Schönheitsreparaturen: Heizkörper streichen"

  • Gerresheim
    23.03.2017 - 08:33 Antworten

    In meinem Bad befindet sich ein 55 Jahre alter Heizkörper der unten sehr stark verrostet ist und zudem nicht mehr funktioniert. Für einen Austausch gibt es keine Heizkörper mit entsprechenden Anschlüssen mehr und die Rohre gehen zudem in die Nachbarwohnung, so dass dieser Heizkörper noch nicht einmal abmontiert werden kann ohne gleichzeitig den Nachbarheizkörper auszutauschen. Ein Malerbetrieb hat die Entrostung und anschließendes Streichen abgelehnt, weil die Gefahr der Beschädigung und der Bildung eines Loches im Heizkörper zu groß ist.
    Der Vermieter verlangt trotzdem von mir, dass ich ihn entrosten und streichen muss.
    Ist seine Meinung richtig?

    • Mietrecht.org
      23.03.2017 - 14:24 Antworten

      Hallo Herr Gerresheim,

      für die Instandhaltung ist der Vermieter verantwortlich – offensichtlich ist die Ausführung der Schönheitsreparaturen nicht mehr möglich.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Petra Heisack
    16.08.2017 - 06:52 Antworten

    Hallo Herr Hundt,

    ich habe einen relativ neuen, 8 Jahre alten Wandheizkörper im Bad. Vor ca. 2 Jahren platzte an einer Seite des Heizkörpers der Lack auf. Dies habe ich bei Renovierungsarbeiten streichen lassen.

    Leider breitet sich das ganze weiter aus. Es sind bereits einige Stellen abgeplatzt. Meine Vermieterin hatte ich informiert, jedoch keine Reaktion von ihr erhalten.

    Im Oktober werde ich einige Zimmer bei mir renovieren lassen. Der beauftragte Handwerker, dem ich den Heizkörper zeigte, ist der Meinung, das dies Sache meiner Vermieterin sei.

    Auch div. Abschlussfliesen an den Wänden fallen ab, da hier zu wenig Kleber verwendet wurde. Die Wohnung wurde vor 8 Jahren, vor meinem Einzug großzügig saniert. Einen Teil davon habe ich selbst finanziert. Zum Beispiel habe ich auf meine Kosten eine Kunststoffdecke in Küche, Bad und Flur anbringen lassen. Den Wandabschluss bildet eine Aluschiene. Diese ist in der Küche komplett nach und nach abgefallen, da auch hier zu wenig oder der falsche Kleber von dem Handwerker meiner Vermieterin benutzt wurde. Die Leisten wurden mit viel Gemurre von dem Handwerker wieder angebracht. Jetzt halten sie.

    Auf der einen Seite möchte ich mein relativ gutes Verhältnis zur Vermieterin nicht trüben, anderseits sehe ich nicht ganz ein diese Renovierungen zu zahlen.

    Viele Grüße

    Petra Heisack

    • Mietrecht.org
      16.08.2017 - 15:46 Antworten

      Hallo Petra,

      für Instandhaltungsarbeiten ist grundsätzlich der Vermieter verantwortlich. Abgesehen von Schönheitsreparaturen oder KLeinreparaturen.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Esther
    12.10.2017 - 13:40 Antworten

    Bei unserem Einzug sind die Heizkörper nicht frisch gestrichen gewesen. Bin ich nun dazu verpflichtete diese zu streichen?

  • Corinna
    23.05.2018 - 15:17 Antworten

    Hallo,

    mir geht es ähnlich, wie Esther. Die Heizkörper waren bei Einzug nicht frisch gestrichen, weiterhin war bereits Farbe abgeplatzt und die Streicharbeiten sehr unsauber (Farbnasen, unregelmäßig, Pinselhaare drin) Diese Arbeit hatte der Vermieter selbst durchgeführt.

    Bin ich jetzt verpflichtet die mangelhafte Arbeit des Vermieters zu beheben und demnach alles abzuschleifen und neu zu streichen. Mit einem reinen Neuanstrich wäre es nicht getan.

    Vielen Dank
    Corinna

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