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Mietvertrag auf Kind übertragen – Welche Möglichkeiten bestehen?

Gute Lage, günstige Mietvertragskonditionen – Die Gründe warum man sich wünscht den Mietvertrag auf seine Kinder zu übertragen können ganz unterschiedlich sein. Doch wie sieht die Praxis aus? Hat man gegenüber seinem Vermieter einen Anspruch den Mietvertrag auf sein Kind zu übertragen? Welche Möglichkeiten bestehen? Macht es einen Unterschied ob das Kind bereits in der Mietwohnung mit wohnt oder nicht?

Der nachfolgende Artikel erklärt Eltern, wie sie den Mietvertrag auf Ihr Kind übertragen können.

I. Kein gesetzliches Eintrittsrecht

Grundsätzlich besteht kein gesetzliches Eintrittsrecht für Kinder in den Mietvertrag der Eltern.

Gesetzliche Eintrittsrechte gibt es nur beim Tod des Mieters. So z.B. in § 563 a Abs. 1 und 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Dieser Paragraf schreibt vor, dass beim Tod des Mieters der Mietvertrag mit dem überlebenden Mieter oder in dessen Haushalt lebenden Ehepartnern, Lebenspartnern oder Angehörigen, wie z.B. eigenen Kindern fortgesetzt wird. Mehr dazu lesen Sie hier: Eintrittsrecht beim Tod des Mieters

Für den Fall des Auszugs des Mieters gibt es kein gesetzliches Eintrittsrecht für Kinder, unabhängig davon ob bisher ein gemeinsamer Haushalt geführt wurde oder nicht.

II. Anspruch für Familienangehörige auf Übernahme des Mietvertrages?

Nach einer Entscheidung des Amtsgerichts (AG) Berlin-Wedding soll es allerdings zulässig sein, dass erwachsene Kinder, die bisher in der Mietwohnung gewohnt haben, nach dem Auszug der Eltern die Wohnung ohne Genehmigung des Vermieters übernehmen dürfen (Az.: 11 C 271/14). Das Amtsgericht sieht darin eine genehmigungsfreie Untervermietung, da es sich lediglich um die Aufnahme von Angehörigen handle.

Aber Achtung: Mieter und Mietvertragsparteien werden die Kinder dadurch nicht. Mieter bleiben die Eltern und die Kinder sind „nur“ Untervermieter. Das bedeutet, sobald der Mietvertrag mit den Eltern als Mieter beendet wird, müssen auch die Kinder ausziehen.

Einen Anspruch darauf den Mietvertrag auf sein Kind zu übertragen, wenn der Mietvertrag beendet ist und man ausziehen will besteht daher nicht.

Sobald ein Mietvertrag auf einen Dritten —und dazu zählt auch das eigene Kind— übertragen werden soll, braucht man das Einverständnis des Mieters und eine entsprechende Eintritts- bzw. Übernahmevereinbarung.

III. Übernahmevertrag mit dem Vermieter schließen

Soll der Mietvertrag auf das Kind übertragen werden, bietet sich ein Übernahmevertrag an. Rechtlich spricht man hier von einer Sog. Eintrittsvereinbarung die zwischen den bisherigen Mietern (den Eltern), dem Vermieter und dem/der neuen Mieter/in (dem Kind) zu schließen ist.

Mit dieser Eintrittsvereinbarung scheidet der bisherige Mieter aus dem Mietverhältnis aus und der neue tritt zu unveränderten Konditionen ein.  Ein Muster für eine solche Vereinbarung finden sie in dem Artikel: Mietvertrag übernehmen: Vorlage für Vermieter, Mieter und Nachmieter und mit weiteren Erläuterungen in dem Artikel Ratgeber: In Mietvertrag eintreten/Mietvertrag übernehmen

Alternativ kann auch ein komplett neuer Mietvertrag zwischen dem Kind und dem Vermieter geschlossen werden. Der bisherige Mietvertrag wird dann beendet und ein neuer geschlossen.

IV. Fazit und Zusammenfassung

Soll der Mietvertrag auf das eigene Kind übertragen werden, kommt man nicht um die Zustimmung und Mitwirkung des Vermieters herum. Ein Anspruch besteht grundsätzlich nicht. Nur ausnahmsweise kann ein erwachsenes Kind, das in der elterlichen Mietwohnung mitgewohnt hat, den Mietvertrag auch ohne Zustimmung des Vermieters übernehmen. Der Regelfall ist das nicht.

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