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Wohnungsbesichtigung durch den Vermieter – Was muss der Mieter dulden und was nicht?

Bereits im Grundgesetz steht geschrieben, dass die eigene Wohnung unverletzlich ist. Dieser Schutz betrifft auch die Mietwohnung die dem persönlichen und privaten Bereich des Mieters zuzuordnen ist. Auf der anderen Seite ist die Mietwohnung allerdings auch das Eigentum des Vermieters, das dieser ordnungsgemäß erhalten will. Auch im Rahmen der gesetzlichen Regelungen des Mietrechts ist der Vermieter verpflichtet, den bestimmungsgemäßen Gebrauch der Mietsache zu gewährleisten.

Dies umfasst aber auch eine gewisse Überprüfungspflicht, um Mängel festzustellen oder zu reparieren, wozu eine Besichtigung der Wohnung des Mieters unerlässlich und notwendig ist.

Doch welche Rechte hat der Eigentümer oder Vermieter des Mietshauses oder der Mietwohnung, um sich Zutritt zu verschaffen? Gibt es ein Besichtigungsrecht des Vermieters und muss der Mieter überhaupt eine Wohnungsbesichtigung durch den Vermieter dulden? Was ist zulässig und was nicht?

Im nachfolgenden Artikel wird erläutert, in welchen Fällen eine Wohnungsbesichtigung durch den Vermieter mietrechtlich zulässig ist und wie welche Duldungspflichten für den Mieter bestehen.

I. Generelles Besichtigungsrecht der Wohnung

Im Mietrecht ist, wie eingangs angeführt, ein generelles Wohnungsbesichtigungsrecht des Vermieters aufgrund seiner Gebrauchsgewährverpflichtung und Instandhaltungspflicht nach § 553 Abs. 1 S. 2 BGB anerkannt.

Diese Pflichten kann er nämlich nur erfüllen, wenn ihm auch das Recht zusteht, durch Kontrollmaßnahmen das Mietobjekt regelmäßig auf seinen Zustand zu überprüfen und notwendige Maßnahmen durchzusetzen; insoweit ist der Mieter nach § 554 Abs.1 BGB zur Duldung verpflichtet. (Sternel in: Sternel, Mietrecht aktuell, 3. Duldungsanspruch des Vermieters, Rn. 184)

Ob und in welchen Grenzen der Vermieter zur Besichtigung der Wohnung berechtigt ist, ist im Wege einer Interessenabwägung angesichts des Schutzes durch Art. 13 GG für jeden Einzelfall gesondert festzustellen (AG Coesfeld, Urteil vom 15. Oktober 2013, Az.: 4 C 210/13).

Dabei müssen allerdings folgende Voraussetzungen (AG Coesfeld, Urteil vom 15. Oktober 2013, Az.: 4 C 210/13; Lützenkirchen in: Lützenkirchen, Mietrecht, 2. Aufl. 2015, § 535 BGB; Sternel in: Sternel, Mietrecht aktuell, 3. Duldungsanspruch des Vermieter) beachtet werden:

  • Es muss ein konkreter Anlass zum Betreten der Mieträume bestehen
  • Die Ausübung des Besichtigungsrecht kann nur an Werktagen (von Montag bis Freitag) zur Tageszeit vorgenommen werden.
  • Es ist eine rechtzeitige Anzeige erforderlich
  • Die Belange des Mieters sind zu berücksichtigen ( Berufstätigkeit etc. ) In keinem Fall darf der Mieter mehr als nach den Umständen unvermeidlich beeinträchtigt werden, es muss eine schonende Ausübung erfolgen.

1. Konkreter Anlass der Wohnungsbesichtigung

Für die rechtliche Zulässigkeit einer Wohnungsbesichtigung durch den Vermieter ist zunächst voraus gesetzt, dass der Vermieter einen konkreten Anlass, also einen bestimmten Grund der aus dem Mietverhältnis basiert nennt, warum er die Wohnung betreten muss (Lützenkirchen in: Lützenkirchen, Mietrecht, 2. Aufl. 2015, § 535 BGB, Rn. 808).

Eine Generalermächtigung zum Betreten der Mieträume ist daher – auch vertraglich – mit dem Schutzbereich des Art. 13 GG unvereinbar, denn der Mieter das Recht, in den Mieträumen in Ruhe gelassen zu werden (AG Coesfeld, Urteil vom 15. Oktober 2013, Az.: 4 C 210/13).

Der Mieter muss es nicht dulden, wenn der Vermieter die Räume insgesamt untersuchen will, ohne dass dazu ein konkreter Anlass besteht, so das AG Coesfeld, Urteil vom 15. Oktober 2013, Az.: 4 C 210/13.

Ein konkreter Anlass zur Wohnungsbesichtigung des Vermieters mit Duldungspflicht des Mieters ist beispielsweise:

  • Zwecke der Behebung von Fehlern des automatischen Überwachungssystems der Photovoltaik-Anlage (AG Coesfeld, Urteil vom 15. Oktober 2013, Az.: 4 C 210/13)
  • Ablesungen von Messgeräten in der Mietwohnung
  • Untersuchung konkreter, auch durch den Mieter beanstandeter Mängel oder eines entsprechenden Mangelverdachts
  • Überprüfung konkreter Vertragsverletzungen (auch wegen Zweckentfremdung wie Vogelzucht oder unerlaubter Tierhaltung)
  • Zweck der Begutachtung aufgrund der Planung von Modernisierungsmaßnahmen oder Mieterhöhungen
  • Begutachtung mit Käuferinteressenten oder Maklern bei beabsichtigter Veräußerung der Mietwohnung oder des Mietshauses (Lützenkirchen in: Lützenkirchen, Mietrecht, 2. Aufl. 2015, § 535 BGB, Rn. 807; Sternel in: Sternel, Mietrecht aktuell, 3. Duldungsanspruch des Vermieters, Rn. 185)

Demgegenüber ist ein ausreichender Anlass abzulehnen, wenn etwa die Mietwohnung vom Vermieter vermessen werden soll oder er die Mietwohnung lediglich Dritten (wie etwa der Ehefrau) zeigen will (Lützenkirchen in: Lützenkirchen, Mietrecht, 2. Aufl. 2015, § 535 BGB, Rn. 807a).

Darüber hinaus sind allerdings auch hier Grenzen des Wohnungsbesichtigungsrechts im Rahmen der Häufigkeit gesetzt, denn dem Vermieter steht kein Recht zur regelmäßigen Besichtigung einer vermieteten Wohnung zu. Auch hier ist der Anlass maßgeblich, der natürlich bei wiederholten Reparaturen oder Besichtigung mit Kaufinteressenten eine frequentiertere Besichtigung ( hier 3 mal im Monat; LG Frankfurt v. 24.5.2002, Az.: 2/17 S 194/01) als bei einer allgemeinen Begutachtung (hier alle 2 Jahre) rechtfertigt; so in Lützenkirchen in: Lützenkirchen, Mietrecht, 2. Aufl. 2015, § 535 BGB, Rn. 822.

2. Besichtigungsrecht nur an Werktagen

Eine weitere Voraussetzung für eine duldungspflichtige Wohnungsbesichtigung ist, dass die Besichtigung für die ortsüblichen Besuchszeiten wirksam angekündigt wird, denn der Mieter ist verpflichtet auf solche Terminvorschläge zu reagieren (Lützenkirchen in: Lützenkirchen, Mietrecht, 2. Aufl. 2015, § 535 BGB, Rn. 817).

Das bedeutet, der vorgesehene Termin sollte in der Regel werktags zwischen 10:00 und 13: 00Uhr oder 15:00 und 18:00 Uhr liegen, wobei auch der Samstag als Werktag gilt (OLG Frankfurt vom 24.6.2009, Az.: 24 U 242/08). Eine andere Ankündigung ist demgegenüber unwirksam und kann von dem Mieter ignoriert werden.

Hinweis für berufstätige Mieter: 

Hier kommt es für die Besichtigungszeit im Einzelfall darauf an, was der konkrete Anlass für die Wohnungsbesichtigung ist. Der Vermieter hat grundsätzlich die Ruhezeiten des Mieters in den Abendstunden und am Wochenende zu berücksichtigen. Duldet die Wohnungsbesichtigung keinen Aufschub kann der berufstätige Mieter verpflichtet sein, sich Urlaub zu nehmen oder bei Ortsabwesenheit einen Dritten zu beauftragen dem Vermieter Zugang zu verschaffen (Lützenkirchen in: Lützenkirchen, Mietrecht, 2. Aufl. 2015, § 535 BGB, Rn. 818-820).

3. Rechtzeitige Vorankündigung – Anzeige des Besichtigungstermins

Die Ankündigung der Wohnungsbesichtigung muss zudem auch in einem gewissen zeitlichen Abstand zum voraussichtlichen Besichtigungstermin liegen. Diese sogenannte Ankündigungsfrist ist vom konkreten Einzelfall abhängig (Sternel in: Sternel, Mietrecht aktuell, 3. Duldungsanspruch des Vermieters, Rn. 193).

Daher kann die Länge der ausreichenden Ankündigungsfrist 24 Stunden bis zu 2 Wochen betragen:

Ist beispielsweise eine Mietminderung wegen Mangels durch den Mieter der Besichtigungsgrundkann die Frist wesentlich kürzer sein, als wenn der Vermieter etwa Begutachtungen für eventuelle Modernisierungsmaßnahmen entscheiden will, die er ohnehin langfristig planen muss (Lützenkirchen in: Lützenkirchen, Mietrecht, 2. Aufl. 2015, § 535 BGB, Rn. 808; 14-Tage beim AG Coesfeld, Urteil vom 15. Oktober 2013, Az.: 4 C 210/13; eine Woche beim LG Berlin v. 24.11.2003, Az.: 67 S 254/03, 4 Tage beim AG Lüdenscheid WuM 1990, 489, 3 Tagen nach dem AG Ansbach, Urteil vom 12. November 2013, Az.: 3 C 1238/13 ausreichend , um die Genehmigung eines Urlaubstages zu beantragen)

4. Belange des Mieters – Übersicht Duldungspflicht

Letztlich muss der Vermieter auch auf die Gepflogenheiten des Mieters Rücksicht nehmen und dessen Hausrecht berücksichtigen. Das bedeutet er muss nicht nur die Ruhezeiten und die Privatsphäre des Mieters, sondern auch gewisse Verhaltensregeln in der Mietwohnung beachten (wie etwa die Schuhe vor der Türe ausziehen und ähnliches); Lützenkirchen in: Lützenkirchen, Mietrecht, 2. Aufl. 2015, § 535 BGB, Rn. 829. Daneben muss er auch die zeitlichen Dispositionen des Mieters, die dieser bereits getroffen hat, wie etwa Arbeit oder Urlaub angemessen Rücksicht nehmen, soweit dies nach dem konkreten Anlass und der Dringlichkeit möglich ist (Sternel in: Sternel, Mietrecht aktuell, 3. Duldungsanspruch des Vermieters, Rn. 188).

Der Mieter hat es nicht zu dulden, dass der Vermieter die Mietwohnung ohne dessen Zustimmung betritt, um sie zu besichtigen (OLG Celle, Beschluss vom 5.10.2006, WuM 2007, 201). Ein eigenmächtiges Betreten kann nur bei Notstand oder Nothilfe und nicht bei einer Wohnungsbesichtigung gerechtfertigt sein. Das bedeutet, es kann im Einzelfall eine Ausnahme zum eigenmächtigen Betreten der Mietwohnung durch den Vermieter gegeben sein, wenn eine konkrete Gefahr für die Mietsache (oder den Mieter) besteht und niemand erreichbar ist der den Zutritt gewähren kann (Lützenkirchen in: Lützenkirchen, Mietrecht, 2. Aufl. 2015, § 535 BGB, Rn. 829; Das Schloss auszuwechseln, geht jedoch zu weit, ThürVerfGH, Beschluss vom 26.2.2004, NZM 2004, 416,OLG Celle, Beschluss vom 5.10.2006, WuM 2007, 201).

Es ist dem Vermieter bei der Wohnungsbesichtigung mit Kaufinteressenten auch nicht gestattet, dem Mieter gewisse Verhaltenspflichten, wie etwa das Schweigen über Mängel der Mietwohnung aufzuerlegen (Lützenkirchen in: Lützenkirchen, Mietrecht, 2. Aufl. 2015, § 535 BGB, Rn. 829; Sternel in: Sternel, Mietrecht aktuell, 3. Duldungsanspruch des Vermieters, Rn. 195 ).

Übersicht: Was unterfällt der Duldungspflicht des Mieters bei der Wohnungsbesichtigung? 

Duldungspflicht
Ja Nein
Fotografieren
  • bei schadhaften Stellen ist ein fotografieren zum Zwecke der Beweissicherung zulässig (AG Hannover v. 22.8.2000, Az.: 561 C 03582/00)
  • keine Duldungspflicht für ein Fotografieren durch den Vermieter in der Mietwohnung bei Verkaufsabsicht (AG Frankfurt a.M. NZM 1999, 121)
Protokollaufnahme
  • Protokoll darf vom Vermieter schriflich und auch durch ein Diktiergerät angefertig werden (Lützenkirchen, Mietrecht, 2. Aufl. 2015, § 535 BGB, Rn. 826)
Zutritt;

Teilnahme an der Wohnungsbesichtigung; Lützenkirchen, Mietrecht, 2. Aufl. 2015, § 535 BGB, Rn. 823)

  • Vermieter kann eintreten und eine oder mehrere Personen zur Besichtigung mitbringen (Kaufinteressenten)
  • geeignete Vertreter anstelle des Vermieters , wie etwa der Hausverwalter
  • Handwerker
  • Keine Vertreter des Vermieters oder Teilnehmer die ungeeignet sind wegen Spannungen / Streitigkeiten aus der Vergangenheit die die Besichtigung stören und nicht unerlässlich für den Besichtigungserfolg sind LG Frankfurt v. 24.5.2002, Az.: 2/17 S 194/01
  • Handwerker, bei denen der Vermieter sich weigert, die Namen der Handwerker vorher anzugeben (LG Berlin MM 1995, 227)
Besichtigungsdauer 
  • dem Zweck der Wohnungsbesichtigung entsprechend angemessen; wie etwa die Reparaturdauer
  • Verkaufsbesichtigungen 30- 45 Minuten; auch im Viertelstundentakt (LG Frankfurt, Urteil vom 24. Mai 2002, Az.: 2/17 S 194/01, 2-17 S 194/01; Lützenkirchen, Mietrecht, 2. Aufl. 2015, § 535 BGB, Rn. 825)
Besichtigungszeitpunkt
  • werktags nach vorheriger Ankündigung und Vereinbarung (s.o.)
  • außerhalb der (mietvertraglich) vereinbarten Zeiten (BverfG, Beschluss vom 16.1.2004, NZM 2004, 186; Sternel in: Sternel, Mietrecht aktuell, 3. Duldungsanspruch des Vermieters, Rn. 186)
Welche Räume dürfen besichtigt werden?
  • alle Räume der Mietsache

Insgesamt ist der Vermieter gehalten sich bei einer Wohnungsbesichtigung dem Hausrecht des Mieters unterzuordnen und seine Kontrollpflichten oder Begutachtungen in einer den Mieter schonenden Art und Weise auszuführen (Sternel, Mietrecht aktuell, 3. Duldungsanspruch des Vermieters, Rn. 186).

II. Vertragliches Wohnungsbesichtigungsrecht

Es ist auch möglich ein Wohnungsbesichtigungsrecht oder etwa ein konkretes Betretungsrecht wegen einem bestimmten Grund – wie etwa das Ablesen von Messgeräten einer Photovoltaikanlage in angemessenen Abständen (so AG Ansbach, Urteil vom 12. November 2013, Az.: 3 C 1238/13) – mietvertraglich zu vereinbaren.

Ein vertragliches Wohnungsbesichtigungsrecht könnte dabei zum Beispiel wie folgt formuliert sein:

„Der Vermieter oder von ihm Beauftragte dürfen die Mietsache zur Prüfung ihres Zustandes aus konkretem Anlass in angemessenen Abständen und nach rechtzeitiger vorheriger Ankündigung betreten, wobei auf eine persönliche Verhinderung des Mieters Rücksicht zu nehmen ist “ 

Wird ein wirksam vereinbartes Wohnungsbesichtigungsrecht, dann von dem Vermieter ausgeübt, ist der Mieter auch verpflichtet an einer Vereinbarung eines Termins mitzuwirken und kann Vorschläge nicht einfach unbeachtet lassen oder ignorieren; AG Ansbach, Urteil vom 12. November 2013, Az.: 3 C 1238/13.

III. Einklagbarkeit des Wohnungsbesichtigungsrechts

In Fällen in denen der Mieter dem Vermieter die Wohnungsbesichtigung verweigert, ohne durch ausreichende Gründe gerechtfertigt zu sein, kann der Vermieter seinen Anspruch auch durch eine Klage auf Besichtigung der Wohnung durchsetzen. Der Mieter hat die Besichtigung dann zu dulden, denn wenn er den Zutritt durch den Vermieter unberechtigt nicht gewährt, verletzt er eine mietvertragliche Pflicht, die ihn gemäß § 280 Abs. 1 BGB sogar schadensersatzpflichtig stellen kann (Lützenkirchen in: Lützenkirchen, Mietrecht, 2. Aufl. 2015, § 535 BGB, Rn. 832).

Mit einem entsprechenden Duldungstitel für eine Wohnungsbesichtigung ist die zwangsweise Durchsetzung des Anspruchs (nach § 890 ZPO) mit Hilfe des Gerichtsvollziehers und/oder Vollzugsbeamten der Staatsgewalt möglich, die insoweit auch ohne richterliche Durchsuchungsanordnung, die verschlossene Wohnungstür öffnen dürfen (Lützenkirchen in: Lützenkirchen, Mietrecht, 2. Aufl. 2015, § 535 BGB, Rn. 835). Zu beachten ist allerdings, dass aufgrund einer Verurteilung auch nur eine einmalige Besichtigung durchgesetzt werden kann und keine mehrfachen; AG Ansbach, Urteil vom 12. November 2013, Az.: 3 C 1238/13.

Die Erwirkung einer einstweilige Verfügung ist grundsätzlich auch möglich (Sternel in: Sternel, Mietrecht aktuell, 3. Duldungsanspruch des Vermieters, Rn. 190).

IV. Zusammenfassung

Insgesamt kann festgehalten werden, dass eine Wohnungsbesichtigung durch den Vermieter die sich aufgrund mietvertraglicher Verpflichtungen ergibt von dem Mieter unter gewissen Voraussetzungen zu dulden ist. So etwa die Besichtigung der Mietwohnung zu einem vereinbarten Termin an Werktagen (zu ortsüblichen Besuchszeiten), die unter vorheriger rechtzeitiger Ankündigung wegen einem konkreten Anlass getätigt wird. Eine solche ist in der Regel zulässig und überwiegt die Belange des Mieters.

9 Antworten auf "Wohnungsbesichtigung durch den Vermieter – Was muss der Mieter dulden und was nicht?"

  • Anna Boergen
    10.02.2017 - 19:32 Antworten

    Den Mietvertrag habe ich mit den Eltern abgeschlossen, benutzt wird sie vom Studierenden Sohn. Zum 30.4. zieht der Sohn aus. Nun habe ich eine Interessentin. Am 8.2. habe ich angefragt ob wir Freitag den 17.2. tagsüber besichtigen dürfen. Ich bekam einen Termin für den 22.2. zwischen 20.30 und 21.30 Uhr angeboten oder für Freitag den 24.2. Die Interessintin wohnt außerhalb und benötigt zwei Stunden bis zum Besichtigungstermin. Habe ich als Vermieterin das Recht auf den Termin vom 17.2. zu bestehen? Danke
    Mit freundlichen Grüßen
    Borgen

    • Tobi
      27.02.2018 - 01:31 Antworten

      Hallo, nein, du hast kein Recht darauf, auf deinen Termin zu bestehen. Der Mieter hat ihr ausreichend Ausweichtermine gegeben. Als Vermieterin hast du auf die Belange des Mieters Rücksicht zu nehmen.

  • peel
    18.09.2017 - 18:51 Antworten

    Es gibt ein Vermieterehepaar, wobei die Ehefrau die Eigentümerin des möbliert gemieteten Appartements ist.
    2013 unternahm der Vermieter den Versuch, mit Hineinsetzen des Fußes in die Eingangstür und mit anschließendem Einsetzen des gesamten Körpers gewaltsam in das Appartement hinein zu kommen. Einen weiteren, bedrohlichen Versuch gab es einige Monate später bei dessen Behinderung der Ausfahrt vor dem mit einer Schranke versehenen Parkplatz, was eine Anzeige bei der Polizei für beide Vorfälle nach sich zog.
    Nun stehen notwendige Reparatur Arbeiten an, wo im Vorwege dessen Frau sich diese besehen und fotodokumentiert hat und auch zwei unabhängige Fachfirmen mit der Erstellung eines (fotografierten) Vorkostenanschlages beauftragt wurden, die inzwischen vorliegen.
    Nun will der Vermieter unbedingt die Schäden selbst in Augenschein nehmen und diese aller Voraussicht nach weitgehend selbst beheben, wobei ihm in der Vergangenheit oft das notwendige Werkzeug, Material oder die Sachkenntnis fehlte.
    Zudem nahm er diese Termine jedes mal zum Anlass, um weitere Gegenstände, die sich in dem gemieteten, möblierten Appartement befinden, mit zu nehmen.
    Seine Terminvorschläge hinsichtlich seiner persönlichen Inaugenscheinnahme der anstehenden Reparaturen waren sehr kurzfristig.
    So sollte ich von Samstag Abend auf den Sonntag Nachmittag innerhalb eines zeitlichen Abstandes von 10 Stunden oder für den Montag um 8:15 Uhr seiner persönlichen Besichtigung der Reparaturen zustimmen.
    Muss ich auch diesem Vermieter die Besichtigung der notwendigen Reparaturen gewähren oder reicht es unter den oben beschriebenen Umständen aus, der Vermieterin und Eigentümerin sowie den Fachfirmen diese gezeigt und den Zugang zu dem von mir gemieteten Appartement gewährt zu haben?
    Wie sähe bei einer Nichtgestattung der Inaugenscheinnahme des Mannes der Vermieterin und Eigentümerin bei den anstehenden Reparaturen die rechtliche Grundlage aus?
    Hoffe auf eine Auskunft. Im Voraus vielen Dank!

    Peel

  • Franz Gollin
    13.03.2018 - 19:33 Antworten

    Hallo Herr Hundt,

    wir möchten eine bereits angekündigte Wohnungsbesichtigung durchführen.
    Der Mieter gibt uns aber nur Termine um bzw. ab 19.00 Uhr.
    Das ist uns etwas zu spät, da wir für Hin- und Rückfahrt sowie Besichtigung insgesamt über zwei Stunden benötigen.

    Der Mieter arbeitet nicht, bekommt Geld vom Jobcenter.

    Im Mietvertrag steht zu den „… zu den üblichen Tageszeiten besichtigen…

    Ist es rechtens darauf zu bestehen, einen Termin für tagsüber zu bekommen?

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    • Mietrecht.org
      13.03.2018 - 20:01 Antworten

      Hallo Franz,

      wenn es um eine einmalige Besichtigung geht, dann würde ich mich als Vermieter auf keinen großen Streit einlassen und den Termin um 19 Uhr akzeptieren. Wenn Sie mit Kaufinteressenten besichtigen wollen, dann würde ich dem Mieter Auszüge aus entsprechender Rechtsprechung zusenden und auf Termine bei Tageslicht bestehen.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Franz Gollin
    15.03.2018 - 16:53 Antworten

    Hallo Herr Hundt,

    danke für die Antwort.

    Es ist so, das unsere Hausmeisterfirma Termine von 15.00 – bis 18.00 Uhr wünscht.

    Danach müssten wir Zuschläge bezahlen.

    Der lässt uns durch seine Anwältin mitteilen, das Termine ab 19.00 Uhr gehen da erst dann aus seiner Familie jemand dabei sein kann. Warum jemand dabei sein muss verstehen wir auch nicht. Wir wollen nur einige Schäden überprüfen.

    Viele Grüße

  • Betty
    16.04.2018 - 08:21 Antworten

    Hallo Herr Hundt,

    der Vermieter unseres Einfamilienhauses hat uns 2 Daten für einen Besichtigungstermin genannt, die er zeitnah bestätigt haben möchte, ohne einen konkreten Anlass für die Besichtigung zu nennen. Müssen wir dem zustimmen?

    Vielen Dank für Ihre Antwort

    • Mietrecht.org
      16.04.2018 - 09:07 Antworten

      Hallo Betty,

      fragen Sie doch erstmal nach, warum eine Besichtigung stattfinden soll – einfach auch, damit Sie das zeitlich planen können.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Daniel H.
    16.10.2018 - 17:42 Antworten

    Guten Abend Herr Hundt,

    unser Vermieter möchte „unsere“ Wohnung (nach Umwandlung seit kurzem Eigentumswohnung) verkaufen und diese durch den Makler verschiedenen Interessenten zeigen. Habe ich als Mieter ein Anrecht darauf zu wissen, wem ich die Wohnung zeige? Kann ich auf Nennung des Namens des Interessenten bestehen?

    Über Ihre Antwort würde ich mich sehr freuen!

    Mit freundlichen Grüßen

    Daniel H.

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