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Kindergetrampel in der Wohnung – auch nach 20 Uhr und sonntags – Was tun?

Kindergetrampel aus der Wohnung des Nachbarn, kann zur wirklichen Geduldsprobe werden. Spricht man die Eltern darauf an, heißt es meistens „Es sind eben Kinder…“. Doch wann ist das Maß überspannt? Muss man als Nachbar sogar während der Ruhzeiten nach 20 Uhr und sonntags den Dauerlärm durch Kindergeschrei und Kindergetrampel hinnehmen? — Der Bundesgerichtshof (BGH) sagt: Nein, das muss man nicht. Rücksichtnahme ist schön und gut hat aber auch seine Grenzen. Nachbarn können die Miete mindern und Unterlassung fordern (BGH, Urteil vom 22.08.2017, Az.: VIII ZR 226/16).

Lesen Sie in diesem Artikel ab wann Kindergetrampel in der Wohnung zu den Ruhezeiten nicht mehr hinzunehmen ist und welche rechtlichen Möglichkeiten Nachbarn haben.

I. Kindergetrampel und gegenseitige Rücksichtnahme

Kindergetrampel und Kinderlärm ist grds. Ausdruck der kindlichen Entfaltung und mithin als ganz normale Lebensäußerung unvermeidbar. Daher wird normaler Kinderlärm in einer Mietwohnung als sozialadäquates hinnehmbares und auch zumutbares Verhalten angesehen (vgl. BGH Urteil vom 29.04.2015, Az.: VIII ZR 197/14). Andere Mieter im Haus haben das zu respektieren und Rücksicht zu nehmen.

Das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme gilt aber selbstverständlich auch für die Eltern. Sie haben auf die Belange und das Ruhebedürfnis der Nachbarn Rücksicht zu nehmen und müssen darauf achten, dass ihre Kinder beim Spielen in der Wohnung auf andere Hausbewohner Rücksicht nehmen. Insoweit sind sie als Eltern verpflichtet,  die eigenen Kinder zu einem rücksichtsvollen Verhalten bezüglich ihrer Bewegungen und akustischen Äußerungen anzuhalten (vgl. BGH, Urteil vom 22.08.2017, Az.: VIII ZR 226/16).

Kinderlärm aus Nachbarwohnungen ist also nicht in jeglicher Form, Dauer und Intensität von anderen Mietern hinzunehmen, nur weil er eben von Kindern stammt (vgl. BGH, Urteil vom 22.08.2017, Az.: VIII ZR 226/16).

II. Ruhezeiten gelten auch für Kinder

Die allgemeinen Ruhezeiten nach 20 Uhr und sonntags gelten auch für Kinder allen Alters. Als Bewohner des Mehrfamilienhauses haben sie sich ebenfalls an alle Regelungen im Mietvertrag und in der Hausordnung zu halten(vgl. BGH, Urteil vom 22.08.2017, Az.: VIII ZR 226/16). Die Eltern tragen dafür die Verantwortung. Das heißt, halten sich die Kinder z.B. wiederholt nicht an das Verbot im Treppenhaus zu rennen und die Eltern versuchen auch nicht das zu verhindern,  verstoßen die Eltern gegen den Mietvertrag bzw. die Hausordnung. Die Folge ist, dass sie von dem Vermieter abgemahnt und im äußersten Fall sogar gekündigt werden können.

Die Eltern sind also bei der Einhaltung der Ruhezeiten besonders in der Pflicht:

  • Die Belange der Nachbarn und deren Ruhebedürfnis ist zu berücksichtigen (vgl. BGH, Urteil vom 22.08.2017, Az.: VIII ZR 226/16).
  • Es ist alles Zumutbare zu unternehmen, um Störungen von anderen Mietern fernzuhalten (AG München, Urteil vom 23.05.2017, Az.: 283 C 1132/17).
  • Eltern müssen im Rahmen ihrer Aufsichtspflicht und durch angemessene Erziehungsmaßnahmen dafür sorgen, dass sich die Kinder bezüglich ihrer Bewegungen und akustischen Äußerungen rücksichtsvoll verhalten, soweit das je nach Alter des Kindes möglich ist (Landgericht Berlin, Urteil vom 05.09.2016, Az.: 67 S 41/16, OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 29.01.1997, Az.: 9 U 218/96).

Bei der Frage, ob die Eltern alles Zumutbare unternommen haben, um den Kinderlärm und das Kindergetrampel  in den Ruhezeiten zu unterbinden, ist der Einzelfall maßgeblich. In der Rechtsprechung gab es dazu jedenfalls folgende Entscheidungen

  • Babygeschrei, Kleinkind: Hier zählt nach Ansicht der Gerichte das Bemühen der Eltern, Störungen zu unterbinden, denn Babys und Kleinkinder lassen sich nicht immer beruhigen und kümmern sich nicht um Ruhezeiten. Auch sind sie nicht zu einer differenzierten verbalen Auseinandersetzung oder zu einer leisen Art der Fortbewegung fähig. Rennen und festes Auftreten stellen bei Kleinkindern die normalen Fortbewegungsarten dar (vgl. BGH, Urteil vom 22.08.2017, Az.: VIII ZR 226/16; LG Berlin, Entscheidung vom 05.09.2016, Az.: 67 S 41/16).
  • Kinder im Teenageralter: Bei älteren, verständigeren Kindern sind Eltern gehalten den Kindern ein rücksichtsvolles Verhalten beizubringen und die Kinder in den Ruhezeiten Einhalt zu gebieten, wenn Sie Rumtrampeln oder sonst Lärm machen. Allerdings ist auch hier zu berücksichtigen, dass Kinder (z.B. mit 14 und 16 Jahre) oft nicht immer hören (AG München, Urteil vom 23.05.2017, Az.: 283 C 1132/17).

Zu beachten ist außerdem, dass in einem Mehrfamilienhaus in den unteren Wohnungen auftretende Geräuschen aus den darüber liegenden Wohnung auch zu den Ruhezeiten nach 20 Uhr und sonntags nie ganz vermeidbar sind. Es entspricht der allgemeinen Lebenserfahrung, dass in Räumen, welche unterhalb einer anderen Wohnung liegen Geräusche aus der darüber liegenden Wohnung zu vernehmen sind (AG München, Urteil vom 23.05.2017, Az.: 283 C 1132/17).

III. Rechte der Nachbarn

Will man sich als Nachbar gegen ständiges Kindergetrampel in der Wohnung und den Kinderlärm wehren, kommt es ganz darauf an, wie stark man dadurch gestört wird und ob durch die Störung ein Mietmangel vorliegt.

Bei einem Verstoß anderer Mieter gegen die Ruhezeiten in der Hausordnung, kann man die Einhaltung vom Vermieter fordern, der dann auf die anderen Mieter einwirken muss. Ebenso kann man direkt die Einhaltung der Hausordnung bzw. die Unterlassung der Störung von den anderen Mietern verlangen; im äußersten Fall per Unterlassungsklage.

Die Miete mindern kann man dann wenn das Kindergetrampel zu einer derart starken Geräusch- und Erschütterungsbelastung führt, dass ein Mietmangel vorliegt. Maßgeblich sind Art, Intensität, Frequenz und die Dauer der auf die Wohnung einwirkende Geräusche und Erschütterungen.

So liegt z.B. ein Mangel vor, wenn mehrmals am Tag ein bis vier Stunden, Lärm gemacht wird, der nicht nur hörbar sondern auch durch Erschütterungen spürbar ist; andauerndes Wummern erzeugt etc. Bei einer solchen bemerkenswerten Frequenz und Dauer kann bei Kindergetrampel und Lärm   nicht mehr von einem normalen Fortbewegungsdrang eines Kleinkindes die Rede sein (vgl. BGH, Urteil vom 22.08.2017, Az.: VIII ZR 226/16).

Mehr zu den einzelnen Rechten als Nachbar lesen Sie hier: Kinder rennen in der Wohnung – Was tun als Nachbar?

IV. Lärmprotokoll nicht zwingend notwendig

Ein Lärmprotokoll kann man als Nachbar führen, eine Pflicht dafür gibt es aber nicht. Dennoch sollte man für den Streitfall unbedingt alle Störungen nach Art, Intensität, Dauer und Häufigkeit beschreiben können (BGH, Beschluss vom 21.02.2017, Az.: VIII ZR 1/16).

Dafür genügt allerdings grundsätzlich jede Beschreibung, aus der sich ergibt, um welche Art von Beeinträchtigungen es geht und zu welchen Tageszeiten, über welche Zeitdauer und in welcher Frequenz diese ungefähr auftreten (BGH, Urteil vom 29. Februar 2012, Az.: VIII ZR 155/11).

V. Fazit

Egal, ob zu Ruhezeiten oder nicht: Übersteigt der Kinderlärm bzw. das Kindergetrampel das normale Maß und bieten die Eltern den Kindern nicht Einhalt, sind die Nachbarn berechtigt gegen diese Störungen auch rechtlich vorzugehen. Stark frequentiertes Kindergetrampel kann dann ein Mietmangel sein, der zur Minderung berechtigt.

27 Antworten auf "Kindergetrampel in der Wohnung – auch nach 20 Uhr und sonntags – Was tun?"

  • gerlinde beck
    12.11.2020 - 11:13 Antworten

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bin Mieterin in einem Mehrfamilienhaus 12 Parteien.
    Über mir wohnt eine russische Familie mit 4 Kindern,
    die ältere 15 Jahre,10 Jahre,7 Jahre und 2-3 Jahre,
    Diese Kinder trampeln und toben springen irgendwo herunter stundenlang.
    Das schlimmste ist das es keine Nachtruhe gibt bis 23 Uhr 30 oder länger.
    Da ich MS habe ist das für mich unerträglich!
    Der GWG habe ich seit Januar 2020 da wurde es schlimmer geschrieben.
    Aber nichts passiert,jetzt heißt es wegen Corona,wann kann ich Nachts schlafen nie.
    Das ist eine Dauerbelästigung:was kann ich unternehmen?
    Liebe Grüße Gerlinde Beck

    • Mietrecht.org
      12.11.2020 - 13:13 Antworten

      Hallo Gerlinde,

      schwierig, die Kinder sind vermutlich aufgrund von Corona mehr zuhause als unter normalen Umständen. Ansonsten hilft Ihnen der Artikel oben hoffentlich weiter.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Gabriela
    29.12.2020 - 14:26 Antworten

    Hallo,

    ich hätte dazu eine Frage, wie sieht es in einer Eigentumswohnung aus?
    Die Eltern der beiden Kinder 2,5 und ca 5 Jahre über mir lassen die Kinder springen und trampeln.
    Die Decke wackelt – bis ca 22 Uhr dann ist meist Ruhe.
    Ganz schlimm sind die Wochenenden, ich bin so gerne daheim, es ist nur nie Ruhe.

    Viele Grüße
    Gabriela Sauter

    • Mietrecht.org
      29.12.2020 - 19:23 Antworten

      Hallo Gabriela,

      schwierig, gerade im Altbau. Versuchen Sie an Ihre Nachbarn zu appellieren und bitten Sie um Rücksichtnahme.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Mani
    31.12.2020 - 09:38 Antworten

    Guten Tag,
    ich habe mich versucht in dieses Thema über verschiedene Seiten & Rechtsprechungen etc einzulesen und in allen Fällen wird von einer Familie und den eigenen Kindern ausgegangen. Wie verhält es sich denn denn in der Konstellation, die Eltern „parken“ Ihre Kinder grundsätzlich in der Ferienzeit bei den Großeltern, die scheinbar mit den 3 Enkeln (geschätztes Alter irgendwo zwischen 1. und 4. Klasse) gnadenlos überfordert sind. Von morgens bis abends ist dort HalliGalli angesagt, was weit über die genannten ein bis vier Stunden geht und wo definitiv nicht mehr von einem normalen Fortbewegungsdrang von Kleinkindern geredet werden kann. Und nein, wir wohnen nicht einmal unter / über / neben der betreffenden Wohnung, sondern die Kinder sind bis ins angrenzende Nachbarhaus zu hören bzw. zu spüren, wenn munter kreischend von den Möbeln gesprungen wird.

  • Daniel
    11.01.2021 - 21:30 Antworten

    Guten Tag,

    ich befinde mich in einer ähnlich prekären Lage, wie die Frau Beck, von daher, mein Beileid !!!

    Ich wohne in einem 8 Parteien Mietshaus, auch mit einer unter anderem ebenfalls aus Russland stammenden Familie, mit allerdings „nur“ 3 Kindern, plus Hund und Katze. Diese Mietpartei wohnt zwar unter mir, was jedoch vom Lärmpegel her nicht minder schlimm ist, da dieses Haus leider sehr hellhörig ist. Das Alter der Kinder liegt zwischen 2 -14 Jahren. Der älteste, 14 jährige Sohn ist hyperaktiv und somit manchmal oft am Tag, am rennen, Möbel verrücken, lärmen, manchmal sehr laut am trampeln und vor allem um sich abzureagieren, des Öfteren am Karate Sprünge üben. Wobei die Lautstärke der Sprünge und des Trampelns wirklich schon sehr unverschämt ist. Die üblichen Ruhezeiten werden des Öfteren nicht eingehalten, so zb. die Mittagsruhezeit oder es wird manchmal noch bis spät abends, sogar bis 23:00 getrampelt, das allerdings schon seit Jahren. In der Vergangenheit wurde dies diesen Nachbarn mitgeteilt, mit der Bitte um mehr Verständnis, es hat jedoch auf Dauer nichts gebracht. Auch Klopfen bringt leider nichts, sie klopfen einfach unverschämter Weise zurück.

    Macht eine Beschwerde bei der Baugesellschaft bzw. beim Vermieter, in Verbindung mit einer Forderung nach einer Mietminderung, in diesem Fall überhaupt Sinn ? Wie sind da die Erfolgschancen ?
    Da es sich um Kinder handelt, die mit der momentanen Corona Situation völlig überfordert sind, so heißt das dann immer, muss man das einfach so in Kauf nehmen. Stimmt das ? Diese ganze Situation ist wirklich eine Zumutung und vor allem an den Wochenenden, an denen ich eigentlich Ruhe bräuchte, ist es besonders laut.

    Ich bin zwar berufstätig, pflege aber auch noch meinen schwerkranken Vater, den ich vor ein paar Jahren bei mir aufgenommen habe, der aber natürlich auch seine Ruhe braucht.

    • Mietrecht.org
      12.01.2021 - 14:05 Antworten

      Hallo Daniel,

      es macht immer Sinn sich an den Vermieter zu wenden – dieser kann zumindest versuchen, für mehr Rücksichtnahme und Ruhe zu werben.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Heike Voß
    14.01.2021 - 18:22 Antworten

    Sehr geehrte Frau Beck, bin gerade zufällig auf Ihren Artikel gestoßen. Ich kann Sie wirklich verstehen. Bei mir im Haus ist es ähnlich (libanesische Familie mit 4 Kindern). Ich komme auch nachts nicht in den Schlaf, weil diese Kinder bis weit nach 0 Uhr noch rennen, springen, hüpfen und mit Kinderfahrzeugen über den Laminatboden fahren. Bin gerade dabei, einen Brief an meinen Vermieter zu formulieren. Ich bin im Schulnotdienst tätig und muss um 6 Uhr aufstehen. Diese Dauerbelastung macht mich krank. Mein Hausarzt hat mir bereits zu einer neuen Wohnung geraten. Dieser Lärmbelästigung hält schon fast ein Jahr an. Ich denke, man muss nicht alles hinnehmen. Irgendwo gibt es doch auch Grenzen. Ich habe auch nichts gegen Kinder. Die sollen ruhig toben und spielen. Nachts allerdings möchte ich meine Ruhe. Da müssen die Eltern für sorgen. Denen ist es wahrscheinlich egal, weil sie auch nicht berufstätig sind. Würde mich interessieren, wie die Sache bei Ihnen ausgegangen ist. Mit freundlichen Grüßen aus Essen

    • Mietrecht.org
      15.01.2021 - 10:07 Antworten

      Hallo Heike,

      danke für das Teilen Ihrer Erfahrungen.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Anna Tees
    20.01.2021 - 23:48 Antworten

    Sehr geehrter Herr Beck,
    Wir sind Eltern eines 2,5Jährigen und bemühen uns nach Kräften von 20 bis 9 Uhr früh am Wochenende den Zwerg ruhig zu halten. Aber es ist schwer. Nun kam gestern der Vermieter und schrie uns an. Ich wusste nicht, wie mir geschah und wollte nur mein Kind schützen. Er schrie, dass wir jetzt vormittags und nachmittags raus müssten, damit Ruhe sei. Wir müssen aber im Home Office arbeiten und können das nicht leisten. Wir suchen seit einem halben Jahr nach einer neuen Wohnung, aber Pandemie bedingt ist es sehr schwer.
    Haben wir als Eltern und Mieter keine Rechte? Ich lese überall nur, dass die Lärmopfer Rechte haben.
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen,
    Frau Tees

    • Mietrecht.org
      21.01.2021 - 07:40 Antworten

      Hallo Anna,

      als Familie mit Kindern haben Sie sehr starke Rechte. Die Nachbarn können nahezu nichts gegen Kinderlärm unternehmen. Verweisen Sie auf die besondere Situation und bitten Sie um Nachsicht.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Goebel
    30.01.2021 - 17:19 Antworten

    Sehr geehrter Herr Hundt,

    es ist ja klar, auf wessen Seite Sie sind! Von lärmgeplagten Nachbarn, die ein Recht auf Unversehrtheit ihrer Arbeitsfähigkeit, die sie zum Lebensunterhalt genauso brauchen wie anscheinend die Kinder ihre Polterei, scheint wenig die Rede zu sein.

    Der Gesetzgeber sollte kinderlose Gebäude erlauben, und solche für Familien mit Kindern. Dort würde dann keine mehr gestört sein als in den eigenen Wänden.

    Es ist an der Zeit, Verständnis für diejenigen aufzubringen, die durch ihre Arbeit und damit ihre Steuern die kostenlose Bildung der Kinder ermöglichen!

    • Mietrecht.org
      30.01.2021 - 17:26 Antworten

      Hallo Herr / Frau Goebel,

      ich verstehe Ihre Position gut. Ich beziehe mich nicht auf meine eigene Meinung, sondern auf die bestehenden Rechtsprechung.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

    • Stolz
      01.02.2021 - 19:08 Antworten

      Hallo Herr Goebel,
      Ich leide auch sehr (siehe mein Kommentar).
      Wir als Nachbarn haben uns zusammen getan und sammeln Unterschriften für eine „homogene Hausgemeinschaft“. Wir sind ein Mehrfamilienhaus mit 98% Studenten, Berufstätige, Paare und Rentner. Jetzt wohnt mitten in der 6. Etage eine Familie mit Kind…. das kann nicht sein. Da sieht man auch, dass die Verwaltung sich nicht um den Haussegen kümmert. Bis vor einem Jahr war alles friedlich. Ich vertrete Ihre Meinung und appelliere für Häuser ohne Kinder. Wünsche uns allen viel Kraft und Geduld!

      • Kiki
        12.02.2021 - 17:13 Antworten

        Finde es furchtbar, dass Familien mit Kindern zum größten Teil Krach machen können u man als Mieter aus der da drunterliegenden Wohnung machtlos ist! Nur weil es Kinder sind, muss man ja nicht alles hinnehmen müssen! Meiner Tochter wäre im Traum nicht eingefallen über einen gewissen Zeitraum durch die Wohnung zu rennen u zu stampfen u meiner Generation auch nicht! Wenn Eltern heutzutage nicht mal im Stande sind, sich mit den Kindern ordentlich zu beschäftigen u bei jedem kleinen Mist überfordert sind, dann sollten sie sich keine Kinder anschaffen! Es ist doch nicht schwer, sich so mit ihnen zu beschäftigen, dass sie erst gar nicht auf die Idee kommen sich so zu verhalten, als hätten sie ADHS…

  • Stolz
    01.02.2021 - 19:02 Antworten

    Guten Abend,
    leider leide ich auch seit einem Jahr unter ständigen Lärmbelästigungen von den Nachbarn. Vier Mahnungen seitens der Verwaltung haben keine Wirkung gezeigt. Das die Wohnung durch PVC auch noch hellhöriger ist, interessiert die Familie nicht. Morgens um 5 Uhr muss ich mit schmeißende Spielsachen aufschrecken und nachts bei fallende Flaschen! Teppich ist ein Fremdwort! Ich habe mit der Mietminderung angefangen und zusätzlich mich an das Umweltamt gewendet, die haben der Familie auf die Lärmbelastung und auch auf die Bußgeldverfahren bei nicht Einhaltung der Ruhezeiten verwiesen. Ob das etwas bewirkt, kann ich noch nicht sagen. Aber dadurch, dass die Familie ihren Aufsichtspflicht nicht nachkommt, wird es jetzt seitens der Verwaltung eine Abmahnung geben.
    Ich finde Kinderlärm hat wirklich auch Grenzen… wünsche jeden, der genauso leidet, viel Durchhaltevermögen. Mit der Hoffnung, dass die Gesetzgeber auch mal klare Grenzen definieren!

  • RuhigBlut
    04.02.2021 - 01:45 Antworten

    Ich muss echt sagen ich fasse es nicht. Kinder sind doch keine Pest. Kinderfreie Häuser?

    Versucht es mal mit mehr Verständnis.

    Wir z.B. wohnen in der mittleren Etage. Der Mieter über uns hat keine Kinder treibt aber Nachts öfters Sport (Laufband getrampelt), da er in Schichten arbeitet und halt oft tagsüber schläft und nachts wach ist. Das ist mir wurscht ich kann trotzdem Schlafen.

    Unter uns wohnen die Vermieter.

    Wir haben einen 2 jährigen der Corona bedingt zuhause ist. Mein Mann hat sich Betreungstage genommen und ich arbeite im Home Office. Die beiden verbringen den Tag überwiegend im Kinderzimmer (unten drunter liegt das Schlafzimmer der Vermieter) diese sind bereits Rentner und halten sich tagsüber im Wohnzimmer, Küche oder Garten auf. Das ist komplett die andere Seite. Mein Sohn spielt am liebsten mit seinen Autos liegt also überwiegend am Boden und fährt auf dem Teppich. Ab und zu kriegt er seinen Rappel dann darf er auf der Couch toben. Nicht aber laut rennen.
    Wenn er normal geht klingt das als wenn ein Elefant durch den Flur trampelt. Wenn ich sage das er leise gehen soll versteht er nicht mal was ich meine.

    Nun beschweren sich die Vermieter ständig er wäre zu laut. Sie selber haben aber zwei Enkelkinder die unten ebenfalls ständig rumtrampeln (3 und 5 Jahre).

    Einmal habe ich Schnitzel geklopft und sollte das unterlassen weil die Enkelkinder ein Nickerchen gemacht hatten (außerhalb von Ruhezeiten). Ist ja kein Problem habe ich gemacht. Mittlerweile wollen sie uns vorschreiben wann wir die Rollos zu schließen haben, weil denen das nach 22.00 Uhr zu laut ist.

    Mich nervt das, weil hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Den Rasen mähen sie wann sie wollen z.B.

    Ich bin nicht Lärm empfindlich und von mir aus sollen sie das tun.

    Aber die Geräusche über die sie sich beschweren sind meist von kurzer Dauer und ich finde das total übertrieben. Das schafft nur böse Stimmung und das ist einfach Schade. Man lebt nun mal. Der eine singt beim duschen, der andere macht Sport und der dritte hat halt Kinder.

    Versucht euch da nicht reinzusteigern das macht es doch nur für alle Schlimmer.

    • Mietrecht.org
      05.02.2021 - 19:36 Antworten

      Hallo RuhigBlut,

      danke für das Teilen Ihrer Erfahrungen.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Kinderdürfenalles
    07.02.2021 - 10:50 Antworten

    Mehr Verständnis? Kinder haben draußen zu rennen und nicht in der Wohnung.
    Welche Kinder sind das bitte, die nach 20 Uhr, oft sogar bis Mitternacht trampelnd durch die Wohnung rennen? So klein können sie ja nicht sein, dass man sie nicht dazu ermahnen kann, sich leiser zu verhalten. Tja, aber schulterzuckend daneben zu stehen als Eltern ist natürlich entspannter. „Sind ja Kinder“.
    Wie würde es Ihnen gefallen, wenn Sie, egal was sie machen, durch dermaßen starken Trittschall/Lärm der Kinder gestört werden? Egal, ob sie Fernsehen, Musik hören etc? An Lesen und Arbeiten ist bei dem Lärm gar nicht zu denken! Heißt, man kann die Räume nicht wirklich vertragsgemäß nutzen.
    Und dann, wenn sie völlig k. o. vom Lärm sind und sich gegeen 22:30 Uhr hinlegen, schlafen sie so lange, wie es die Eltern für nötig halten und werden sonntags um 6 Uhr ziemlich unsanft durch Kindergehüpfe geweckt!
    Es ist die verdammte Pflicht der Eltern, die Kinder auf später vorzubereiten und ihnen Werte wie Rücksichtnahme beizubringen. Ich durfte als Kind nicht in der Mietwohnung herum rennen und stampfen, zumindest nicht länger am Stück oder gar stundenlang, so wie ich es hier beobachte. Und ich habe eine gute Erziehung genossen und bin ein rücksichtsvoller Mensch, mir fehlt es auch an nichts, denn wir haben draußen gespielt! Bei uns hätte es geraucht, wenn ich die Wohung als Kinderspielplatz missbraucht hätte. Meine Mutter hätte sich geschämt, Mitbewohner derart zu belästigen. Wer rennen will, geht nach draußen – so einfach ist das!

    • Stolz
      07.02.2021 - 15:21 Antworten

      Hallo Kinderdürfenalles,

      ich bin komplett Ihrer Meinung! Hier geht es nicht um Kinderspielen und Rennen für 30-60 Minuten! Es geht um das stundenlange Toben, Springen und Rennen! Da müssen die Eltern ihre Sorgfaltspflicht mehr nachkommen. Leider haben die Eltern wenig Verständnis dafür, dass die Menschen Drumherum darunter richtig leiden können. Ich muss auch Sonntags um 5:40 Uhr durch werfende Spielsachen auferschrecken… das geht irgendwann auf die Psyche und die Konzentration nimmt immer mehr ab. Ich kann auch keine Bücher lesen, geschweige Yoga und Meditation.
      Ich will nochmals betonen; Kinder, die mal rennen und springen, die gleich von den Eltern gestoppt werden, sind hier nicht gemeint. Es sind eigentlich die Eltern anzusprechen, die ruhig auf der Couch sitzen und die Kinder durch die Wohnung rotieren lassen. Die Eltern, die der Meinung sind „das sind halt Kinder“…dann zieht in Einfamilienhäuser wo ihr ganz ungestört seid!
      Und das sind genau die Kinder, die nie lernen Rücksicht zu nehmen. Ich finde nicht die Kinder sind das Problem, sondern die Eltern. Es gibt genug Spielteppiche und dicke Teppichböden.

      • Familienvater
        12.02.2021 - 00:36 Antworten

        Oh doch, Sie fühlen sich doch generell vom Dasein von Familien mit Kindern belästigt zu sein. Man könnte den Spieß umdrehen und fragen, warum Sie kein (Einfamilien-)Haus gebaut haben, um Ihre wertvollen Hobbies Yoga und Meditation störungsfrei betreiben zu könnten?! Ohne Verantwortung in jeglicher Hinsicht (emotional, finanziell und rechtlich) für Kindererziehung übernehmen zu müssen. Haben Sie schon mal drüber nachgedacht, Wie sich eine Familie mit zwei-drei Kindern in Ballungsräumen ein Haus noch leisten soll, bei Grundstückspreisen ab 600-800 Euro und Baukosten ab 300.000 Euro?!

  • Daniel
    08.02.2021 - 19:41 Antworten

    Hallo Stolz,
    hallo Kinderdürfenalles,

    dem ist nichts mehr hinzuzufügen, bin da ganz Ihrer Meinung !!!

    Betonen möchte ich hier aber noch, daß ich absolut nichts gegen Kinder habe und es auch verstehen kann, daß Kinder auch mal toben möchten und das auch sollen. Und es ist eben nicht so einfach, insbesondere kleinen Kindern klarzumachen, daß sie sich zu bestimmten Zeiten ruhig verhalten sollen.
    Allerdings, was ältere Kinder angeht, so sollte es möglich sein ihnen beizubringen, daß das Toben und Trampeln in einer Mietswohnung nur zur festgelegten Zeiten erlaubt ist ( wenn überhaupt ) und nicht rund um die Uhr. Und das dann eben nicht mehr nach 20 uhr !!
    Aber viel eher richtet sich da meine Kritik ( meinen Kommentar finden Sie weiter oben ) an die Eltern solcher Kinder, die anscheinend selbst in Hinsicht auf nachbarschaftliche Rücksichtnahme bzw. etwas mehr Respekt vor dem Ruhebedürfnis anderer Nachbarn, null Erziehung genossen haben. Das ist, wie man hier aus den vielen Kommentaren Lärmgeplagter Nachbarn, durch eben solchen Kinderlärm entnehmen kann, Gift für ein friedliches nachbarschaftliches Verhältnis. Da ich mich leider selber mit dieser Problematik herumschlagen muss, kann ich den Ärger so mancher Menschen diesbezüglich sehr gut verstehen.

  • Familienvater
    12.02.2021 - 00:20 Antworten

    Ich bin über manch einem Kommentar fassungslos – ein „schönes“ Abbild der alternden deutschen Gesellschaft. Selbstbewusst, egozentrisch, rechthaberisch mit einem Hang zur oberlehrerhaften Juristerei, kinderlos, aber haustierlieb, am besten noch Single in einer Wohnung mit einer Wohnfläche von über 120 Quadratmetern (man hat’s gerne gemütlich), aber mit stolzen Rentenansprüchen bis ins hohe Alter (dass diese in einem umlagenfinanzierten System nicht von den lieben Haustieren befriedigt werden, sondern von den viel kritisierten Kindern, scheint nicht jedem klar zu sein – nur so nebenbei). Man pocht auf seine vollumfängliche Ruhe und zeigt null Toleranz Kindern gegenüber. Es wird dann natürlich behauptet, man hätte nichts gegen Kinder – genauso scheinheilig, wie vermutlich der Hinweis, man hätte nichts gegen Nicht-Alteingesessene (bleiben wir bei dieser Formulierung) – in etlichen Kommentaren gab es Verweise auf die Herkunft der Mieter (russischer/libanesischer Migrationshintergrund). Ich habe mit meiner Frau länger im Ausland gelebt, und zwar in einem Mehrparteienhaus – man hatte natürlich seine Diskussionen mit seinen Nachbarn wie üblich. Aber nie gab es Beschwerden wegen „Kinderlärm“ (das Haus war mehrheitlich von verwitweten älteren und durchaus streitsüchtigen Frauen bewohnt), obwohl wir zwei kleine Kinder haben mit großem Bewegungsdrang. Man hat sicher was gehört. Und hier klagt man gegen Kitas und Familien mit Kindern und fordert allen Ernstes kinderlose Mehrparteienhäuser (am schönsten ist es, wenn die Kläger auch noch Enkelkinder haben – kommt mir irgendwie bekannt vor). Eine Schande!

    • Daniel
      19.02.2021 - 13:05 Antworten

      An den Familienvater

      Ihr klugscheißerischer wie oberflächlicher Kommentar, gespickt mit merkwürdigen Unterstellungen und ebensolchen Vorurteilen, sagt eigentlich vieles über Sie aus, in welcher Phantasiewelt Sie zu leben scheinen.

      In diesem Thread geht es um Kinderlärmgeplagte Mitmenschen und das ist nun mal eine Tatsache. Das müssen Sie nun mal, als hier rumstöbernder Familienvater, aushalten. Da sollten Sie eigentlich ein Mindestmaß an Toleranz an den Tag legen, statt hier einfach so rumzupöbeln !!

      Im Übrigen, diese ( Ihre ) Weisheit, daß Ihre Kinder mal „unsere Rente“ bezahlen werden, gehört schon lange, lange ins Reich der Phantasien und Ammenmärchen. Dieser Zug ist schon lange abgefahren.
      Im Moment finanzieren, auch mitunter die berufstätigen, Lärmgeplagten Mitmenschen Ihre Kinder, mit.

      Aber das scheint Ihnen ja entgangen zu sein ………..

  • Stolz
    18.02.2021 - 07:25 Antworten

    Hallo Familienvater, das sind ja schöne Standard-Vorurteile:) eigentlich sollte man Ihren Kommentar ohne Antwort lassen, da wir ja in mittlerweile in einer Gesellschaft leben wo sich alle das Recht nehmen ihren verteilten Senf unter Weisheit zu verkaufen ;) Jeder kann und soll so LEBEN wie es dem Recht ist. Wenn jemand Kinder haben möchte; dann BITTE! Aber bitte dann auch die Verantwortung für eine gute Erziehung tragen, Looser und Verbraucher haben wir genug! Ich rede nicht von Geld oder Eigenheim mit 150 qm!
    Will jemand keine Kinder? Dann ist das auch gut! Wir haben genug Kinder, die von Teenies, Kondom-Unfälle, Pille-Vergessen und Beziehungsretter entstanden sind und überwiegend (nicht alle) mit dem Leben nicht fertig werden. Das liegt nicht an den Kindern, eher an den Erwachsenen, die überwiegend als Versager denen das Leben vorleben!
    Will jemand die Rente retten? Dann sei nicht egoistisch und setze eigene Kinder auf die Welt… die Heime sind voll mit Kindern, die sich eine Familie wünschen.
    Ich bin selbst Ausländer (mein Nachname heißt übersetzt Stolz), dass einige sich hier über die Nationalitäten aufregen, finde ich auch schlimm! Aber Willkommen in Deutschland! Hier fängt die eigentliche Schande an!!
    Aber das ändert nichts an die Thematik: es fühlen sich einige von Kinderlärm gestört und andere nicht! Und hier sollten nicht gleich die Vorurteile rauskommen.
    Wir leben nicht mehr in den 90‘. Jetzt kann ein Schreiner nicht 3 Kinder mitten in München durchs Leben bringen! Ist sehr traurig aber die harte Realität! Es quetschten sich Familien in kleine 2-ZW… umgeben von Singles, Paare und Rentner! Da ist Streit vorprogrammiert! Hier kann man auch den Vorurteilspieß umdrehen: da die Eltern keine Lust haben sich mit den Kindern zu beschäftigen! Maximal 1-2 Stunden, dann soll das Kind auf und von allen Möbeln springen und mit Treträder durch die Wohnung düsen.. das gehört zur kindlichen Entfaltung?!? Wenn ich es ermahne wird das Kind mit 30 bei Psychiater sitzen! Nein! Es lernt Rücksicht zu nehmen! Kinder werden den Erzieherinnen und Lehrern hingeschoben: mach mal bitte! Die bringen in der Schule bei wie man gegenseitig Rücksicht nimmt und Zuhause? Nein, kindliche Entfaltung ist hier das Zauberwort! Nach der Arbeit ist die Couch und das Handy doch angenehmer und die Kinder müssen sich alleine beschäftigen! Bittet man etwas Ruhe, wird man gleich als Kinderhasser dargestellt!
    Ich habe zwei Kinder groß gezogen: sobald in der Wohnung gerannt wurde auf die Nachbarn verwiesen! 1-2 Wochen ständiges ermahnen hat geholfen. Nie Probleme mit den Nachbarn gehabt und immer gelobt das die Kinder so leise und ruhig sind. Obwohl wir Ausländer sind! Entfalten haben wir uns in Wald und auf dem Spielplatz!
    Das sind einige Beispiele an Vorurteile gewesen…aber zielführend?! nein!
    Jeder sollte so Leben wie es möchte, aber mit Rücksichtslosigkeit wird es nichts. Ich halte 2-3 Stunden den Lärm aus, aber 10-12 Stunden, nein! Das heißt nicht, dass die Kinder schlecht sind! Nein!! Aber hier haben die Eltern die Grenze überschritten!! Traurig!

  • Tasha
    21.02.2021 - 17:13 Antworten

    Hallo zusammen,

    allgemein kann ich beide Seiten verstehen. Eltern die versuchen ihren Kinder gerecht zu werden, und Nachbarn die einfach nur genervt sind so wie wir.

    Vorgeschichte dazu; die Familie ist mit der kleinen Tochter eingezogen, jetzt ist noch ein Sohn dazu gekommen. Die Wohnungen hier sind alle samt nicht extrem hellhörig. Der Familienvater hat es aber immer wieder geschafft so einen Krawall zu schieben das man ihn nicht überhören kann. Fing schon damit an das er meinte nachts um halb elf Tapeten abkratzen zu müßen …

    Da ich bedingt durch meinen Autismus, die Geräusche von außerhalb nicht einfach ausblenden kann, kam es schon vor das ich mehr als wütend dort geklingelt hatte. Wenn ich dieser Ausnahmesituation stecke geht ein Großteil meiner Höflichkeit leider flöten … deswegen halten mich viele auch für Sonderbar bis Gestört. Dann kommt dazu das mein Mann in Wechselschichten arbeitet, die Kinderzimmer liegen direkt über unserem Wohn- und Schlafzimmer. Das er tageweise gar nicht zum Schlafen kam, kann man sich ja vorstellen.

    Stand jetzt sind wir auf dem Level das es mit dem extrem lauten Geknalle und Geschiebe besser geworden ist. Der Vater guckt tageweise so als ob ich ihn fressen will, was ja gar nicht stimmt ;) Die Kinder sind im Kita-Alter aktuell. Die Tochter hat es faustdick hinter den Ohren, der Sohn nicht so ganz. Sie scheint mir aber so verständig zu sein, das man ihr erklären könnte das man bitte die Wohnung nicht als Rennstrecke benutzt oder mit dem Spielplatz verwechselt. Bei dem kleinen Mann würde das noch nicht so ankommen.

    Nun ist es so das ich immer längere Phasen Home Office habe, höre dann immer die Kids durch ihre Zimmer poltern. Lauter wird es immer dann wenn der Vater alleine ist mit den Kindern, bei Mama und Oma geht das alles bedeutend leiser. Heute geht es mir besonders auf den Nerv, weil ein Radio in direkter Nähe läuft und ich höre es immer noch wummern und poltern *ätzend*

    Oftmals übrigens mehr als vier Stunden pro Tag und auch innerhalb der Mittagsruhe, die es lt. Hausordnung noch gibt. Was sagen bringt nix bis wenig, und mir fehlt dazu inzwischen sowohl Kraft als auch Nerven. Für sie ist das ja kein Lärm und völlig normal ….

    Allerdings gab es wegen anderer Dinge mit der Familie schon Diskussionen, die sind auf eher weniger Interesse gestoßen. Der Vater scheint manchmal ein kleines Agressionsproblem zu haben, holt gerne auch mal die „Farbkarte“ raus. Er ist dunkelhäutig und wenn er keine Argumente mehr finden kann betitelt er sein Gegenüber als Rassist *augenroll* Das es hier weder um Hautfarbe noch um irgendwas ähnliches geht, ist bisher bei ihm nicht angekommen.

    Diese Gespräche hätten wir auch mit einem blassblauen Alien geführt. Hier im Haus leben übrigens nur Eigentümer, die Enkel von anderen Nachbarsfamilien laufen auch regelmäßig durchs Haus. Mehr oder minder leise ;)

  • Die Vermittlerin
    23.02.2021 - 17:51 Antworten

    Hallo miteinander,

    ich verstehe beide Parteien – die geplagten Nachbarn und die Eltern der Kinder. Da ich selber noch recht jung bin (Anfang 20), erinnere ich mich oft noch an meine eigene Kindheit zurück.

    Ich habe in einem Mehrfamilienhaus (Altbau) gelebt mit mehreren Familien mit Kindern. Über uns lebte eine dieser Familien. Meine Schwester (Grundschule) und ich (Kita) verstanden uns immer gut mit den anderen zwei Mädchen, die über uns lebten (sie waren jeweils 1 1/2 bis zwei Jahre jünger gewesen).

    Im Kindesalter habe ich mich trotzdem oft geärgert, wenn beide mit dem Bobby Car, Rollerblades oder dergleichen über das Parkett gefahren sind und das durch die ganze Wohnung, bis teilweise 23 Uhr oder Mitternacht. Auch andere sportliche Aktivitäten, wie Turnen, Trampolinspringen und Seilhüpfen gehörte zum Tages- und Nachtprogramm.

    Da die Wohnungen alle Eigentum sind, konnten wir uns nur über den direkten Weg beschweren. Die Aussage war wie üblich: „Es sind doch Kinder.“ und? Meine Schwester und ich waren zu dem Zeitpunkt genau so Kinder, nur das wir anders erzogen wurden. Uns wurde beigebracht (ja im Kindergartenalter) respektvoll und rücksichtsvoll zu sein. Und nein, nicht damit meine Eltern Ihre Ruhe haben, sondern uns auf das zukünftige Leben vorzubereiten.
    Wir haben genau so gespielt, wir waren genauso so laut. Aber uns wurden Grenzen gesetzt, was man bei den heutigen Kindern und Jugendlichen schmerzlich vermisst. Das Ergebnis einer „grenzenlosen Erziehung“, einer „Erziehung mit wenig grenzen“ und einer „Erziehung mit Grenzen“ sehe ich tagtäglich. Das Verhalten und das miteinander der Kinder und Jugendlichen ist so unterschiedlich wie Tag und Nacht.

    Und wenn jeder etwas dazu beiträgt rücksichtsvoll und respektvoll zueinander zu sein, gebe es viel weniger Auseinandersetzungen wegen Kinderlärm.

    Nachdem meine Familie die andere gebeten hat mal zu uns runter zu kommen, während wir bei den Nachbars Mädchen waren, hat die andere Familie ganz schnell die Grenzen der eigenen Kinder erweitert.

    Es gibt sicherlich Eltern, die keine Ahnung haben wie hellhörig wirklich ein Haus sein kann. Und vielleicht hilft es auch, die Situation Live zu zeigen (wenn es natürlich machbar ist).

    Wichtig ist es rücksichtsvoll zueinander zu sein und wenn das eine der Parteien eben nicht kann, müssen andere Mittel aufgezeigt werden. Man muss sich keinen Lärm, egal in welcher Form Stundenlang gefallen lassen! (ausgenommen Säuglinge, Renovierungen/ Bauarbeiten Werktags außerhalb der Ruhezeiten)

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