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Rechtsprechung

Keine Eigenbedarfskündigung für Cousin & Cousine (BGH, Urteil vom 10.07.2024 – VIII ZR 276/23)

Die Eigenbedarfskündigung stellt die weitaus häufigste Form der vermieterseitigen ordentlichen Kündigung dar. Dieses in § 573 Abs.2 Nr.2 BGB geregelte Kündigungsrecht ermöglicht es dem Vermieter allerdings – anders als der Name vermuten lässt – nicht nur dann, das Mietverhältnis zu kündigen, wenn er die Wohnung selbst nutzen möchte, sondern auch in denjenigen Fällen, in denen er den Wohnraum Familienangehörigen oder Angehörigen seines Haushalts zur Verfügung stellen möchte. Die Beantwortung der …Artikel jetzt weiter lesen

Kündigung Mietvertrag durch Hausverwaltung ohne Vertretungsoffenlegung nichtig (AG Berlin-Mitte, 28.09.2023 – 25 C 32/23)

Bei der Kündigung eines Mietverhältnisses handelt es sich um eine sog. einseitige, empfangsbedürftige Willenserklärung, die grds. den allgemeinen gesetzlichen Regeln über Willenserklärungen unterliegt. Wie bei den allermeisten Willenserklärungen, ist daher auch bei der Kündigung eines Mietverhältnisses eine Stellvertretung möglich. Das Gesetz macht es in § 164 Abs.1 BGB für die Wirksamkeit einer Stellvertretung zur Voraussetzung, dass der Vertreter eine eigene Willenserklärung in fremdem Namen und mit Vertretungsmacht abgibt. Dabei ist …Artikel jetzt weiter lesen

Staffelmiete vor Ablauf einer Mietpreisbindung vereinbaren (BGH, Hinweisbeschluss vom 16.01.2024 – VIII ZR 12/23)

Bestimmte öffentlich geförderte Wohnung unterliegen der sog. Mietpreisbindung nach dem Wohnungsbindungsgesetz (WoBindG) bzw. dem Wohraumförderungsgesetz (WoFG). Folge dieser Preisbindung ist es u.a., dass die Miete eine bestimmte Grenze nicht überschreiten darf. Gem. § 8 Abs.1 S.1 WoBinG darf die Wohnung dem Mieter nicht gegen ein höheres Entgelt zum Gebrauch überlassen werden, als zur Deckung der laufenden Aufwendungen erforderlich ist (sog. Kostenmiete). Bei Wohnungen, die den Vorschriften des WoFG unterliegen, wird …Artikel jetzt weiter lesen

Mieter muss Renovierungszustand bei Übergabe beweisen (BGH, Beschluss 30.01.2024 VIII ZB 43/23)

Mit kaum einer mietrechtlichen Problematik hat sich der BGH je so intensiv auseinandergesetzt wie mit der Frage der Wirksamkeit von Schönheitsreparaturklauseln. In einer fast unzähligen Zahl von Entscheidungen hat der BGH zu den Auswirkungen bestimmter Formulierungen auf die Wirksamkeit der Klausel Stellung genommen, ganz überwiegend zu Gunsten des Mieters. Das Jahr 2015 ging dabei in die Geschichte ein. Mit einem Grundsatzurteil vom 18.03.2015 – VIII ZR 185/14 – hat der …Artikel jetzt weiter lesen

Mieter nutzt Allgemeinstrom für E-Auto – Fristlose Kündigung nicht automatisch gerechtfertigt (AG Leverkusen, Urteil vom 17.05.2024 – 22 C 157/23)

Als Beitrag zum Klimaschutz schaffen sich immer mehr Menschen ein E – Auto an. Diese Investition ist jedoch über den Anschaffungspreis hinaus mit dauerhaften nicht unerheblichen Kosten verbunden. Vor allem für das häufig erforderliche Aufladen des E – Autos müssen Inhaber eines E – Autos angesichts hoher Strompreise tief in die Tasche greifen. Da bleibt es nicht aus, dass so manch einer auf die Idee kommt, mit den Kosten für …Artikel jetzt weiter lesen

Keine Mietrückzahlung an Mieter bei zu viel gezahlter Miete durch Jobcenter (BGH, Urteil vom 05.06.2024- VIII ZR 150/23)

Ist die Mietsache mit einem Mangel behaftet, durch den die Gebrauchstauglichkeit nicht nur unerheblich herabgesetzt ist, ist die Miete gem. § 536 Abs.1 BGB automatisch herabgesetzt, sofern kein Ausschlussgrund vorliegt. Es entsteht ein bereicherungsrechtlicher Rückzahlungsanspruch des Mieters gem. § 812 Abs.1 S.1 Alt.1 BGB. Ebenfalls zur Rückzahlung zu viel gezahlter Miete ist der Vermieter dann verpflichtet, wenn die Miete sittenwidrig überhöht ist. Hat der Mieter seine Miete selbst gezahlt, besteht …Artikel jetzt weiter lesen

Mietpreisbremse gilt nicht automatisch für mitvermieteten Keller (BGH, Urteil vom 05.07.2023 – VIII ZR 94/21)

Durch die im Juni 2015 eingeführte Mietpreisbremse ist für die Vereinbarung von Mieten in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt eine Obergrenze gesetzt worden. Die Mietpreisbremse ist allerdings nur auf Wohnraummietverhältnisse anwendbar. Nicht unter die Regelungen der §§ 556d – 556g BGB fallen andere Mietverhältnisse, die z.B. Grundstücke, Geschäftsräume oder andere Räume, die keine Geschäftsräume, aber auch keine Wohnräume sind, zum Gegenstand haben. Diese in der Theorie so einfach scheinende, aber notwendige …Artikel jetzt weiter lesen

Mieterhöhung nach Modernisierung – Angabe Gesamtkosten genügt (BGH, Urteil vom 23.11.2022 – VIII ZR 59/21)

Hat der Vermieter bestimmte gesetzlich anerkannte Modernisierungsmaßnahmen vorgenommen, kann er die Miete in einem bestimmten Umfang erhöhen. Diese sog. Modernisierungsmieterhöhung, die in den §§ 559 BGB ff. BGB geregelt ist, ist jedoch nur dann wirksam, wenn der Vermieter die Erhöhung dem Mieter gegenüber in einer bestimmten gesetzlich vorgegebenen Weise erklärt und erläutert (vgl. § 559b BGB). Im Rahmen dieser Erklärung muss der Vermieter insbesondere Angaben zu den durch die Modernisierung …Artikel jetzt weiter lesen

Mieterhöhung – Inflation rechtfertigt keinen Stichtagszuschlag (LG München, Hinweisbeschluss vom 17.07.2024 – 14 S 3692/24)

Das Gesetz gibt dem Vermieter mit §§ 558 ff. BGB die Möglichkeit, die Miete in bestimmten Abständen bis zur Grenze der ortsüblichen Vergleichsmiete zu erhöhen bzw. die Zustimmung des Mieters zu dieser Mieterhöhung zu verlangen. Dabei wird die Höhe der ortsüblichen Vergleichsmiete in der ganz überwiegenden Zahl aller Fälle an Hand eines sog. Mietspiegels ermittelt. Da die Mietspiegel in der Regel nur alle 2 Jahre neu erstellt bzw. aktualisiert werden, …Artikel jetzt weiter lesen

“Technische Geräte gelten als nicht mitvermietet” – Vermieter muss reparieren (LG Berlin II, Beschluss vom 30.06.2024 – 67 S 144/24)

Jeder Vermieter ist kraft Gesetzes verpflichtet, die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten (§ 535 Abs.1 S.2 BGB). Daraus ergibt sich unmittelbar auch die Pflicht des Vermieters, Mängel an der Mietsache und auch an mitvermieteten Einrichtungen auf eigene Kosten zu beheben bzw. beheben zu lassen, sofern der Mieter den Mangel nicht selbst schuldhaft verursacht …Artikel jetzt weiter lesen