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Nebenkosten bis zum Auszug oder bis zum Mietvertragsende zahlen?

Die Nebenkosten zahlt man regelmäßig zusammen mit der Miete. Doch, was ist, wenn man eigentlich gar keine Nebenkosten mehr verbraucht, weil man schon vor Mietvertragsende auszieht? Nicht wenige Mieter ziehen bereits aus ihrer alten Mietwohnung aus, obwohl der Mietvertrag noch weiterläuft. Das macht ja auch Sinn, denn der Umzug in eine neue Wohnung, die neue Wohnungsübergabe und eventuelle Reparaturen in der alten Wohnung sind ja nicht über Nacht erledigt. Die Frage, die sich vielen Mietern dann aber stellt, ist ob man für die nun leerstehende alte Mietwohnung noch dieselbe Miete zahlen muss, wie zu der Zeit, als man noch darin gewohnt hat. Die Antwort darauf ist eindeutig: Ja, muss man.

Warum das so ist und warum sie am Ende doch nicht dieselben Nebenkosten zahlen, wie für die bewohnte Zeit, zeigt der nachfolgende Artikel.

I. Nebenkosten sind unabhängig vom Auszug

Grundsätzlich sind die monatlichen Nebenkosten entsprechend der Nebenkostenvereinbarung im Mietvertrag zu zahlen. Die Zahlungspflicht für die Nebenkosten erstreckt sich dabei immer auf die gesamte Dauer des Mietverhältnisses. Das bedeutet, es ist egal wie oft und wann die Wohnung tatsächlich bewohnt ist oder leer steht. Monatlich ist immer die gleiche vereinbarte Nebenkostensumme zu bezahlen.

Würde man sich nur mal vorstellen, dass tatsächlich der Auszug von der Nebenkostenzahlung befreit, müsste man ja theoretisch auch schon weniger Nebenkosten zahlen, wenn man mal übers Wochenende nicht da ist oder verreist. Das ist aber nicht der Fall.

II. Ausgleich der Leerstandszeit bei der Nebenkostenabrechnung

Da in 90 % aller Standardmietverträge geregelt ist, dass der Mieter monatliche Vorauszahlung auf die tatsächlich verbrauchten Nebenkosten zu leisten hat, bekommt er meist die zu viel gezahlten Kosten mit der Jahresabrechnung zurück. Denn bei der Nebenkostenvorauszahlung, zahlt der Mieter nämlich pro Monat einen Nebenkostenbetrag im Voraus, der die höchstwahrscheinlich auch anfallenden Kosten abdecken soll. Am Jahresende wird die Summe der Vorauszahlungen und der tatsächlich angefallenen Kosten dann verglichen und die Differenz korrigiert. Das ist dann die sogenannte Nebenkostenabrechnung. Je nachdem zu welchen Gunsten sich die Differenz ergibt, erhält der Mieter eine Guthabens-Erstattung oder der Vermieter einen Anspruch auf Nebenkostennachzahlung.

Somit zahlt der Mieter nur die tatsächlich angefallenen Nebenkosten und erhält im Ergebnis, auch die Kosten wiedererstattet, die er trotz frühzeitigem Auszug noch gezahlt hat.

III. Kein Ausgleich bei Nebenkostenpauschalen

Mieter, die eine Nebenkostenpauschale oder eine verbrauchsunabhängige Warmmiete zahlen erhalten keinen Ausgleich für die Zeit, in der die Mietwohnung schon leer steht. Zwar verringert sich selbstverständlich auch deren Nebenkostenverbrauch auf nahezu Null, wenn sie vor Mietvertragsende ausziehen, die Zahlung der Nebenkosten ist hier aber unabhängig vom Verbrauch. Man kann sich als Mieter dann nicht darauf berufen, dass man schon gar nicht mehr in der Wohnung gewohnt hat, denn die Zahlungspflicht endet erst mit Mietvertragsende.

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