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Hat der Mieter ein Recht die Anschrift des Vermieters zu erfahren?

Als Mieter kennt man in der Regel den eigenen Vermieter und seine Anschrift. Doch was ist, wenn man zu dem Vermieter nie Kontakt hatte, weil alles über Makler und Hausverwaltung läuft? Ist die Hausverwaltung bemüht und kümmert sich um die Anliegen der Mieter ist die fehlende Anschrift des Vermieters ja auch erstmal kein Problem. Aber was ist, wenn die eigene Hausverwaltung nicht so vorbildlich ist. Liegen Mängel, wie ein undichtes Dach oder Schimmel vor ist es für Mieter besonders ärgerlich, wenn die Hausverwaltung sich nicht meldet und untätig bleibt. Genau in einem solchen Fall bleibt einem nur der direkte Kontakt mit dem Vermieter, um sich zu beschweren und die geltend gemachten Mängel noch einmal aufzeigen.

Wie bekommt man als Mieter die Adresse des Vermieters? Und hat man überhaupt ein Recht darauf die Anschrift des Vermieters zu erfahren? Muss die Hausverwaltung die Daten des Vermieters herausgeben? Die Antworten erfahren Sie hier.

I. Mieter dürfen die Anschrift des Vermieters wissen

Steht in dem Mietvertrag nur der Name des Vermieters, kann man als Mieter unter bestimmten Voraussetzungen die Anschrift von der Hausverwaltung verlangen. Man nennt so etwas einen Auskunftsanspruch. Die Hausverwaltung muss also die Anschrift des Vermieters herausgeben.

Wann ein solches Recht des Mieters aber genau besteht, kommt immer auf den jeweiligen Einzelfall an.

Das Recht die Adresse von der Hausverwaltung zu erhalten, soll nach einer Entscheidung des AG Aachen, jedenfalls immer dann vorliegen, wenn außergerichtliche Verhandlungen gescheitert sind und nunmehr der Klageweg beschritten werden soll (Urteil vom 03. September 2009, Az.: 112 C 51/09). Spätestens dann braucht man als Mieter ja eine ladungsfähige Anschrift. Das gilt auch, wenn das Mietverhältnis bereits durch Kündigung beendet ist und mit dem Verwalter darüber gestritten wird, in welcher Höhe die Kaution zurück zu zahlen ist (Amtsgericht Hamburg, Az.: 15a C 271/05).

Abgesehen von den Fällen in denen man als Mieter, die Adresse des Vermieters für eine Klage braucht, gibt es natürlich zahlreiche Gründe, warum man den Vermieter erreichen will: Zum Beispiel, um sich über die Hausverwaltung zu beschweren, die auf Mängelanzeigen nicht reagiert oder weil man zum Beispiel eine Erlaubnis für eine Tierhaltung einholen will. Da der erste Ansprechpartner bei zwischengeschalteten Hausverwaltungen, aber der Verwalter ist, kommt man um diesen nicht herum. Nur wenn es dort keine Rückmeldung gibt oder die Hausverwaltung nicht wie gewünscht handelt, hat man den Anspruch auf die Auskunft über die Vermieteradresse. Dann ist rechtlich nämlich davon auszugehen, dass die außergerichtlichen Verhandlungen gescheitert sind und nun die nächste Option – und das ist die Klage – möglich gemacht werden muss. Und das geht ja nur mit der Anschrift.

Hinweis für Mieter:

Bei allen mietvertraglichen Anliegen, haftet der Vermieter für das Verhalten und Fehlverhalten der beauftragten Hausverwaltung. Muss ein Mieter sich also erst an die Verwaltung wenden, dann sind alle Erklärungen, die er der Verwaltung gegenüber abgibt, wie Mängelanzeige, Minderung oder sonstige Beschwerden, so zu behandeln als wurden sie direkt gegenüber dem Vermieter erklärt. Hat man die Anschrift des Vermieters nicht zur Hand, mindert sich der eigene mietrechtliche Anspruch dadurch grundsätzlich nicht.

II. So bekommt man die Daten des Vermieters

Um die Adresse des Vermieters zu erfahren, hat man zwei mögliche Anlaufstellen, um nachzufragen: die Hausverwaltung und das Grundbuchamt.

Kontakt mit der Hausverwaltung: Schreiben Sie die Verwaltung an und erklären Sie, warum der Kontakt mit dem Vermieter notwendig ist. Dabei ist es egal, ob Sie bereits an Klage denken oder nicht: Es ist auf jeden Fall empfehlenswert den Grund, der zum Auskunftsanspruch berechtigt­ – also die Klagemöglichkeit–mit zu nennen.

Das kann zum Beispiel so formuliert sein:

„Da ich bisher auf meine Beschwerde über das undichte Dach keinerlei Rückmeldung erhalten habe und auch keinerlei Reparatur erfolgt ist, wünsche ich die Möglichkeit direkt mit meinem Vermieter Kontakt aufzunehmen. Sie sind als Hausverwaltung dazu verpflichtet, mir die Anschrift meines Vermieters mitzuteilen, damit ich meine Ansprüche im Klageweg gegenüber dem Vermieter geltend machen kann.“

Erfolgt auch darauf keine Antwort, kann man die Hausverwaltung auf Auskunft verklagen.

Auskunft beim Grundbuchamt: Entweder online oder persönlich können Sie beim Grundbuchamt ihres örtlichen Amtsgerichts einen Antrag auf Grundbucheinsicht bezüglich des Mietshauses bzw. der vermieteten Eigentumswohnung stellen. Dort ist der Eigentümer, also ihr Vermieter, höchstwahrscheinlich mit Anschrift eingetragen. Was Mieter sonst noch aus dem Grundbuch erfahren dürfen, erklärt folgender Artikel: Berechtigtes Interesse zur Grundbucheinsicht – Darf der Mieter ins Grundbuch schauen?

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