Go to Top

Modernisierung der Heizung – Umlage, Berechnungsbeispiel und Mieterhöhung

Ohne Heizung ist jede Wohnung nahezu wertlos. Ältere Heizungsanlagen sind aufgrund ihres Energieverbrauchs zudem unwirtschaftlich und zunehmend reparaturanfällig. Sie machen mithin den Wohnwert einer Wohnung aus. Die Modernisierung von Heizungen ist mit vielfältigen Aspekten verbunden.

In diesem Artikel besprechen wir die Besonderheiten der Heizungsmodernisierung, deren Umlage in Form einer Mieterhöhung und geben ein entsprechendes Berechnungsbeispiel an.

Der Artikel richtet sich an Vermieter, die sich mit der Modernisierung beschäftigen, aber auch an Mieter, die eine Modernisierung der Heizung prüfen wollen.

1. Vorgaben der EnEV 2009 zur Heizungsmodernisierung

Modernisiert der Vermieter die Heizungsanlage, sollte auch der Mieter die rechtlichen Gegebenheiten kennen, die den Vermieter verpflichten, gewisse Standards einzuhalten.

a. Inhalte der EnEV 2009

Für Heizungsmodernisierungen gilt seit 1.10.2009 die Energiesparverordnung 2009 (EnEV). Sie enthält Bestimmungen zur Heizungserneuerung, insbesondere Anforderungen und Standards, die beim Neubau und Sanierung oder Modernisierung von älteren Wohngebäuden eingehalten werden müssen. Außerdem enthält sie bestimmte Pflichten zur energiesparenden Nachrüstung bestehender Wohngebäude. In der EnEV 2009 wurde die Obergrenze für den zulässigen Jahres-Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung im Vergleich zur EnEV 2007 um ci. 30 % gesenkt.

b. Nachrüstpflichten für Bestandsbauten

Für alle Bestandsbauten gelten bestimmte Nachrüstpflichten. Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und vor dem 1.10.1978 eingebaut oder aufgestellt wurden, dürfen nicht mehr betrieben werden.

c. Elektrische Speicherheizsysteme bleiben erlaubt!

Ursprünglich war in der EnEV 2009 die Stilllegung von elektrischen Speichersystemen mit über 20 Watt Heizleistung in Wohngebäuden mit mindestens 6 Wohneinheiten vorgegeben. Systeme, die bis Ende 1989 installiert wurden, sollten von den Eigentümern ab 2020 nicht mehr betrieben werden dürfen (§ 10 EnEV 2009).

Durch das EnEG 2013 gilt § 10a (Außerbetriebnahme von elektrischen Speicherheizsystemen) der EnEV 2009 seit dem 13. Juli 2013 nicht mehr! Das EnEG 2013 hat diese bisherige Regelung der EnEV 2009 durch den Artikel 1a (Änderung der Energieeinsparverordnung) aufgehoben.

In der Bundesrats-Plenarsitzung vom 7. Juni 2013 wurde dazu ausgeführt: … „Auf Grund der Zunahme des Anteils umweltfreundlicher, erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung und der Notwendigkeit energiewirtschaftlicher Speicherkapazitäten hat sich diesbezüglich eine neue Sichtweise ergeben. Die heutige energiepolitische Situation ist eine andere als zu Zeiten der Einführung des Betriebsverbots.“

d. Bei Missachtung der EnEV drohen Bußgelder

Vermieter dürfen diese gesetzlichen Vorgaben nicht ignorieren. Wer vorsätzlich oder leichtfertig ein Wohngebäude erbaut oder saniert und dabei die Anforderungen der EnEV 2009 nicht erfüllt, handelt ordnungswidrig. Es drohen Bußgelder (§ 27 EnEV).

Als Nachweis, dass die Vorgaben der EnEV beachtet wurden, müssen Unternehmen, die Heizungen installieren, entsprechende Erklärungen abgeben. Die Eigentümer müssen diese Erklärung fünf Jahre lang aufbewahren und sie auf Verlangen der Landesbehörde vorliegen.

e. Einhaltung der EnEV wird kontrolliert

Auch der Bezirksschornsteinfegermeister soll kontrollieren, ob Bestandsgebäude den Anforderungen der EnEV 2009 entsprechen (§ 26b EnEV). Bei der „Feuerstättenschau“ werden die Heizkessel im Bestand sowie die vorgegebene Dämmung der Rohrleitungen begutachtet.

Werden neue Heizungsanlagen installiert, überwachen die Bezirksschornsteinfegermeister auch, ob die Anforderungen in Bezug auf die Verteilungseinrichtungen und Warmwasseranlagen erfüllt sind. Diese müssen gedämmt werden. Im Beanstandungsfall sollen Fristen zur Nacherfüllung gesetzt und im Extremfall die zuständige Behörde informiert werden.

2. Wann liegt eine Modernisierungsmaßnahme „Heizung“ vor?

Das Gesetz verpflichtet den Mieter, Modernisierungsmaßnahmen zu dulden (§ 555d I BGB). Nur in Ausnahmefällen (Härtefall § 555d II BGB) kann der Mieter der Modernisierungsmaßnahme widersprechen. Das Recht der Mieterhöhung bei Modernisierung richtet sich nach §§ 555b, 559 I BGB.

Zunächst ist der Begriff der Modernisierung zu definieren. Nicht jede als Modernisierung empfundene Maßnahme ist tatsächlich eine Modernisierung im Sinne des Gesetzes.

Wird an der Heizung gearbeitet, kann eine Maßnahme der Instandhaltung/Instandsetzung (Erhaltungsmaßnahme) oder eine modernisierende Instandhaltung oder eine Modernisierung vorliegen. Die Abgrenzung der Maßnahmen hat höchst unterschiedliche finanzielle Konsequenzen für den Mieter.

2.1. Erhaltungsmaßnahme (Kostenverantwortung bei Instandhaltung/Instandsetzung)

a. Instandhaltungspflicht des Vermieters

Lässt der Vermieter die Heizung warten und einzelne alters- oder verschleißbedingte und damit ausfallgefährdete Bauteile präventiv austauschen, handelt es sich um eine Maßnahme der Instandhaltung.

Lässt der Vermieter ein defektes Bauteil (z.B. neue Umwälzpumpe) ersetzen, handelt es sich um eine Maßnahme der Instandsetzung.

Instandhaltung und Instandsetzung sind keine Modernisierungsmaßnahmen. In beiden Fällen trägt der Vermieter die Kosten. Er gewährleistet damit den vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache. Der Mieter braucht nichts zu zahlen. Er bekommt das, wofür er Miete bezahlt.

b. Minderungsrechte des Mieters

Soweit die Heizung mangelhaft arbeitet, kaum mehr Heizleistung erbringt oder immer wieder ausfällt (Mangel der Mietsache), steht dem Mieter in Bezug auf die Miete ein Minderungsanspruch zu. Zugleich kann der Mieter den Vermieter auffordern, die Heizungsanlage so herzurichten, dass der vertragsgemäße Gebrauch der Mietsache gewährleistet ist.

2.2. Modernisierende Instandsetzung (Kostenverantwortung)

Muss der Vermieter altersbedingt die den Dienst versagende Umwälzpumpe oder angerostete Heizkörper austauschen, kann er wählen, ob er den bisherigen Standard beibehält, insbesondere die alte Pumpe oder die Heizkörper durch gleichwertiges Material ersetzt. Dann handelt es sich grundsätzlich um eine Instandsetzungsmaßnahme. Der normale Verschleiß geht zu Lasten des Vermieters.

Entscheidet sich der Vermieter für neue moderne und meist teurere Umwälzpumpe (effektivere Leistung, geringerer Stromverbrauch), liegt eine modernisierende Instandhaltung vor. Gleiches gilt, wenn er neue, moderne Heizkörper einbaut.

Der Vermieter kann in diesem Fall die Miete erhöhen. Dazu muss er vom Gesamtkostenaufwand der Maßnahme jedoch die Kosten abziehen, die er für die reine Erhaltungsmaßnahme hätte aufwenden müssen und sich insoweit erspart (Erneuerung der vorhandenen Umwälzpumpe gegen gleiche Qualität, Ersatz alter angerosteter Heizkörper gegen moderne Heizkörper). Im Sprachgebrauch spricht man vom „Abzug neu für alt“ oder den „Sowieso-Kosten“ (OLG Hamburg WuM 1983, 13).

In Abhängigkeit vom Alter des Materials und seinem Zustand gilt regelmäßig ein hoher Anteil der bei einer Modernisierung aufgewandten Kosten als für Instandsetzungs- und Instandhaltungsmaßnahmen verwendet. Im Mieterhöhungsschreiben sollte der Vermieter dazu im Detail eingehen. Sinnvollerweise verwendet er dazu Kostenvoranschläge des Handwerkerbetriebs.

Sind die Kosten für die Erhaltungsmaßnahmen nicht im Detail zu ermitteln, sind sie durch Schätzung zu ermitteln (§ 559 II 2. Halbsatz BGB, so bereits BGH WuM 2004, 285). Der Vermieter ist dafür darlegungs- und beweispflichtig. Instandsetzungskosten können jedoch unberücksichtigt bleiben, wenn sie im Verhältnis zu den Gesamtkostenaufwand nicht erkennbar ins Gewicht fallen (LG Hamburg ZMR 2002, 918: Verhältnis 3500 € zu 160.000 €).

2.3. Modernisierung (Kostenverantwortung)

a. Begriff der Modernisierung

Ersetzt der Vermieter die vorhandene Umwälzpumpe, Heizkörper oder Heizkessel durch neues, modernes Material, obwohl das vorhandene Material eigentlich nicht reparatur- oder erneuerungsbedürftig ist, dürfte es sich um eine Modernisierungsmaßnahme handeln. Er handelt dann über den reinen Erhaltungsaufwand hinaus.

Typisches Merkmal ist, dass die Modernisierung ohne konkreten Reparaturanlass erfolgt. Der Mieter wäre auch zufrieden gewesen, wenn der Vermieter alles so belassen hätte.

Soweit der Vermieter aufgrund der EnEV 2009 verpflichtet ist, eine veraltete Heizungsanlage gegen ein modernes System zu ersetzen, bestimmt zudem § 555b Nr. 6 BGB, dass es sich in diesem Fall um eine Modernisierungsmaßnahme handelt, die der Vermieter aufgrund von Umständen durchführen muss, die er selbst nicht zu vertreten hat.

War die alte Heizung jedoch ausgefallen und hätte der Vermieter diese instand setzen müssen, handelt es sich um eine modernisierende Instandhaltung (siehe oben Ziffer 2.2). Dann muss der Vermieter den Instandsetzungsaufwand aus den Modernisierungskosten herausrechnen und insoweit selbst tragen (Argument aus § 555b Nr. 6 BGB).

b. Modernisierungseffekt bei Heizungsanlagen

Zugleich muss es sich um eine Maßnahme handeln, durch die der Gebrauchswert der Mietsache nachhaltig erhöht oder/und die allgemeinen Wohnverhältnisse auf Dauer verbessert werden. Beim Einbau neuer Heizungssysteme dürfte dies regelmäßig der Fall sein. Insbesondere dürfte der Vorteil darin bestehen, dass Endenergie nachhaltig eingespart wird (§ 555b Nr. 1 BGB: energetische Modernisierung).

Diese Aspekte sollten in der Modernisierungsankündigung und im Mieterhöhungsschreiben zum Ausdruck gebracht werden. Dazu kann der Vermieter in der Modernisierungsankündigung hinsichtlich der energetischen Qualität von Bauteilen auf allgemein anerkannte Pauschalwerte Bezug nehmen.

In Betracht kommt beispielsweise die Bezugnahme auf die „Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vom 30.7.2009“. Darin finden sich pauschale Ansätze für die einzelnen Prozessbereiche der Anlagentechnik, die in der Modernisierungsankündigung verwendet werden können (Heizungsanlagen siehe Ziffer 4.1., 4.2).

Der Vermieter soll aber nicht verpflichtet sein, auch eine Berechnung des Wärmebedarfs beizufügen (BGH WuM 2002, 367). Es genügt neben der schlagwortartigen Bezeichnung der Maßnahme und einer Zuordnung zu den jeweiligen Rechnungspositionen diejenigen Tatsachen vorzutragen, anhand derer der Mieter überschlagsmäßig nachvollziehen kann, ob die Maßnahme eine nachhaltige Einsparung an Heizenergie bewirkt.

Wichtig ist jedenfalls, dass dem Mieter durch die Maßnahme einen Gebrauchsvorteil oder eine Wohnwertverbesserung zugute kommt. Auf seine Wertschätzung kommt es dazu aber nicht an. Hält der Vermieter die Maßnahme für angemessen, muss der Mieter diese dulden. Der subjektive Nutzen für den betroffenen Mieter bleibt unerheblich (AG Lichtenberg GE 2007, 1054).

Eine Wohnwertverbesserung lässt sich auch damit begründen, dass der Vermieter eine Wohnung mit modernisierter Heizungsanlage künftig leichter vermieten kann (BGH NJW 2005, 2995).

c. Wärmecontracting (Wärmelieferungsvertrag)

Beim Wärmecontracting stellt der Vermieter seine Heizungsanlage auf eine gewerbliche Wärmelieferung um. Die vorhandene Heizungsanlage wird von einem „Contractor“ durch eine neue und effizientere Anlage ersetzt und betrieben. Teils wird auch die bereits vorhandene Heizungsanlage weiter benutzt, aber effizienter betrieben. Der Contractor verkauft die produzierte Wärme an den Vermieter und refinanziert sich.

Der Mieter wird im Rahmen der jährlichen Heizkostenabrechnung mit einem „Investitionskosten-Zuschlag“ belastet und insoweit an der Modernisierungsmaßnahme beteiligt. Die in diesem Zusammenhang diskutierte Reduzierung der Nettokaltmiete um die anteiligen Investitionen für die Heizungsanlage hat der BGH nicht als die passende Lösung angesehen BGH WM 2005, 456). Insoweit besteht rechtlich eine Grauzone, die einer Regelung bedarf.

Der Vermieter kann gemäß § 555c BGB die Kosten auf die Mieter auch im laufenden Mietverhältnis als Betriebskosten umlegen (BGH VIII ZR 202/06). Voraussetzung ist, dass der Mietvertrag auf die Anlage 3 zu § 27 II. BV Bezug nimmt. Diese ist durch die inhaltsgleiche Vorschrift des § 2 Betriebskostenverordnung zum 1. Januar 2002 ersetzt worden.

Da Wärmecontracting nur für Gebäude mit einer Mindestanzahl von Wohneinheiten (13 WE) wirtschaftlich sinnvoll angeboten wird, kommt es für private Vermieter derzeit kaum in Betracht. Der Gesetzgeber ist aufgefordert, die Vorschriften für Wärmelieferungsverträge durch eine Rechtsverordnung im Detail zu regeln. Derzeit sind viele Fragen offen.

d. Kostenpflicht des Mieters

Der Mieter ist verpflichtet, die Sanierung als Modernisierungsmaßnahme zu dulden (§ 555d I BGB). Der Vermieter ist berechtigt, bis zu 11 % seines Kostenaufwandes auf den Mieter umzulegen (§ 555b I BGB). Soweit die Modernisierungsmaßnahme für mehrere Wohnungen durchgeführt wurde, sind die Kosten angemessen auf die einzelnen Wohnungen aufzuteilen (§ 559 III BGB).

Soweit der Kostenaufwand der einzelnen Wohnung zugerechnet werden kann, sind die Kosten für diese Wohnung maßgebend. Dies kann der Fall sein, wenn nur in dieser Wohnung die alten Heizkörper ausgetauscht wurden.

Wurde die Heizungsanlage im gesamten Haus modernisiert, kann der Kostenaufwand anteilig der Wohnfläche umgelegt werden.

Sind dann für eine einzelne Wohnung wesentlich höhere Kosten angefallen (mehr Heizkörper, längere Zuleitungswege), sollten diese Kosten entsprechend für diese Wohnung berücksichtigt werden. Wichtig ist, dass der Mieter den Verteilungsmaßstab nachvollziehen und als gerechtfertigt und angemessen einschätzen kann.

e. Drittmittel sind nicht umlagefähig

Gerade wenn die Heizung modernisiert wird, kann der Vermieter oft auf öffentliche Zuschüsse oder Fördermittel zurückgreifen. Gemäß § 559a BGB Ist er verpflichtet, solche Drittmittel (Zuschüsse, zinsverbilligte oder zinslose Darlehen aus öffentliche Haushalten, aber auch Mieterdarlehen, Mietvorauszahlungen) aus seinem Kostenaufwand herauszurechnen.

Der Staat fördert mit seinen KfW- Programmen Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur Minderung des CO²-Ausstoßes bei bestehenden Wohngebäuden. Gefördert werden insbesondere Maßnahmen beim Austausch der Heizung (Einbau von Brennwertkesseln, Niedertemperaturkesseln, Anlagen zur Versorgung mit Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung oder Nah- und Fernwärme).

Wird eine Heizung mit einer Anlage zur Nutzung erneuerbarer Energien kombiniert, sind auch solarthermische Anlagen, Biomasse-Anlagen als automatisch beschickte Zentralheizungsanlagen, die ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben werden, Holzvergaser-Zentralheizungen und Wärmepumpen förderfähig.

Der verbleibende Modernisierungsaufwand nach Anrechnung der Drittmittel berechnet sich, indem sich der Jahresbetrag der Mieterhöhung um den Jahresbetrag des Zuschusses oder Darlehens verringert. Bei linearer Förderung wird die Differenz zwischen dem marktüblichen Zinssatz und dem ermäßigten Zinssatz für erstrangige Hypotheken zum Ende der Modernisierungsmaßnahme ermittelt und jeweils jährlich in Abzug gebracht.

3. Musterschreiben für Mieterhöhung nach einer Heizungsmodernisierung

Der Inhalt eines Mieterhöhungsschreibens muss sich an die gesetzlichen Vorgaben orientieren. Diese sind recht formalistisch. Nachlässigkeiten führen häufig zur Unwirksamkeit der Mieterhöhung. Als Orientierungshilfe (unverbindlich, im Einzelfall zu konkretisieren) dient das nachfolgende Muster:

Absender: … Vermieter … Adresse

Empfänger: Franz Dunkel… Mieter1 … Adresse

Datum: 02.12.2013

Mietverhältnis über Ihre Wohnung Hofstraße 7, 12345 Domstadt

Sehr geehrter … Mieter …,

ich hatte Ihnen mit Schreiben vom 01.06.2013 angekündigt2, die Heizungsanlage in dem von Ihnen bewohnten Gebäude zu modernisieren. Wir haben unter Berücksichtigung der Energieeinsparverordnung 2009 den alten Heizkessel (Baujahr 1977) durch einen modernen Brennwertkessel der Marke „Bruderus Typ 007/99“ ersetzt, neue Zuleitungen in die Wohnungen verlegt, neue Heizkörper auch in Ihrer Wohnung installiert und alle warmwasserführenden Leitungen gedämmt.

Wegen der energetischen Qualität der neuen Heizungsanlage verweise ich auf die „Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vom 30.07.2009“ (nähere Ausführungen inwiefern die neue Heizungsanlage verbesserte Energiewerte aufweist).

Die Arbeiten sind abgeschlossen. Sie sind verpflichtet, sich an meinem Kostenaufwand zu beteiligen.

Da sich durch die Maßnahme Ihre Wohnverhältnisse auf Dauer verbessern, Sie einen Gebrauchsvorteil genießen, Heizenergie einsparen und von der erhöhten Anlagensicherheit profitieren, bin ich gemäß § 559 II BGB berechtigt, 11 % meines Kostenaufwandes auf Ihre Jahreskaltmiete umzulegen. Daraus errechnet sich für Ihr Mietverhältnis die folgende Mieterhöhung.

Gesamtkostenaufwand Heizungsmodernisierung für das Gebäude Saalstraße 7, 12345 Hallstatt: 20.000 € (Kostenrechnung mit einer detaillierten Auflistung der Maßnahmen der Firma Hitzewallung vom 02.11.2013 liegt in Kopie bei).

Da die Heizung aufgrund der ständigen Ausfälle hätte instandgesetzt werden müssen, ist der damit verbundene Kostenaufwand in Höhe von 2.000 € vom Gesamtkostenaufwand abzuziehen. Somit ergibt sich ein anrechenbarer Kostenaufwand für die Modernisierung von 18.000 €. Ich verweise insoweit auf die Kostenveranschlagung der Handwerkerfirma (Kopie anbei).

Die Mieterhöhung berechnet sich wie folgt:

Gesamtwohnfläche = 300 qm², Ihre Wohnfläche = 75 qm², Ihr Anteil = 25 %.

25 % von 18.000 € Gesamtkostenaufwand = 4.500,00 € anteiliger Kostenaufwand für Ihre Wohnung,

davon 11 % Mieterhöhung = 495,00 €/Jahr = 41,25 € /Monat

Ihre bisherige Kaltmiete: 360,00 €

Ihre neue Kaltmiete: 401,25 €

Künftig zahlen Sie folgende Miete:

Nettokaltmiete nach Mieterhöhung: 401,25 €

Vorauszahlung auf die Nebenkosten wie bisher: 75,00 €

Garagenmiete wie bisher: 20,00 €

Gesamtmiete: 491,25 €

Die neue Miete zahlen Sie bitte mit Beginn des dritten Monats, nachdem Sie dieses Mieterhöhungsschreiben erhalten haben, also erstmals zum 1. März 2014.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Vermieter

Hinweise:

1Sind mehrere Personen Mieter, sind alle Mieter anzusprechen. Bei Eheleuten genügt ein Schreiben an die Adresse der Eheleute.

2Die Modernisierungsmaßnahme muss mindestens 3 Monate vor Beginn angekündigt werden. Die Ankündigung sowie die eigentliche Mieterhöhung müssen in Textform erfolgen (schriftlich, möglichst mit Unterschrift). In der Ankündigung ist zu begründen, warum der Balkon modernisiert werden soll. Erfolgt die Ankündigung zu spät, kann die Mieterhöhung erst nach 9 Monaten erfolgen!

11 Antworten auf "Modernisierung der Heizung – Umlage, Berechnungsbeispiel und Mieterhöhung"

  • Rudolf Dettmann
    16.01.2015 - 22:26 Antworten

    …super Artikel. Hilft uns bei der Vorbereitung einer Heizungserneuerung (Nachtspeicher auf verm. Gas-Zentralheizung). Auch die anderen Artikel scheinen recht fundiert (kurze Durchsicht). Habe die Seite in der Favoritenleiste gespeichert.

    Weiter so + Gruß R. Dettmann

    • Mietrecht.org
      17.01.2015 - 12:02 Antworten

      Hallo Herr Dettmann,

      danke für Ihr Feedback, ich freue mich, wenn Ihnen die Inhalte helfen.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • familie.trey@web.de
    02.02.2015 - 15:59 Antworten

    Hallo,

    vielen Dank für die Informationen.

    Eine spannende Frage ergibt sich aber noch:

    Wenn die alte Öl-Heizungsanlage gegen eine neue Gas-Brennwert-Anlage getauscht wird und hierfür extra noch ein Gasanschluss (von der Straße ins Haus) gelegt werden muss, sind diese Kosten für den Gasanschluss dann bei der Mieterhöhung auch einbeziehbar?

    Viele Grüße

    Oliver Trey

    • Peter Kelzenberg
      20.04.2016 - 14:13 Antworten

      Mich interessiert auch die Umlage für den Gasanschluss.

  • Gabi Wenzel
    28.07.2015 - 21:41 Antworten

    Die Antwort auf diese Frage mit dem Erdgasanschluss würde mich auch interessieren , da ich aktuell vor diesem Problem stehe.

  • Helmut Seeliger
    12.10.2015 - 15:02 Antworten

    Guten Tag,
    Sie haben mir mit Ihren Artikeln über Fensteraustausch und Heizungstausch sehr geholfen. Ich kann Ihre Website jedem uneingeschränkt empfehlen.
    Vielen Dank

    • Mietrecht.org
      12.10.2015 - 15:34 Antworten

      Hallo Helmut,

      schön das Sie hier die gewünschten Informationen gefunden haben.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Torsten Harnisch
    30.07.2016 - 12:51 Antworten

    Herr Dennis Hundt,

    Vielen Dank für diesen Beitrag.
    Ich würde noch Wissen wollen ob die neuen Heizkörper mit Ablesegeräten bestückt werden oder der Vermieter in einen Mehrfamilienhaus mit 4 Wohnungen nach qm abrechnen kann?
    Die Heizungsanlage wurde jetzt neu Eingebaut. Vorher wurde noch mit Holz und Kohle geheizt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Torsten Harnisch

  • Müller
    29.06.2018 - 08:40 Antworten

    Hallo

    Eine Frage wurde nicht geklärt.

    Können die Kosten der Modernisierungs-maßnahme einer Heizung zeitlich unbegrenzt auf den Mieter umgelegt werden oder nur in dem Umfang, bis die laut Wohnungsgröße erreichte Beteiligung „abbezahlt“ ist?

    Mit freundlichen Grüßen

    F. Müller

    • Mietrecht.org
      29.06.2018 - 14:49 Antworten

      Hallo F. Müller,

      eine Mieterhöhung (wegen Modernisierung) gilt immer für unbegrenzte Zeit.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.